Bewertung: 8
1. Season Of The Witch
Leser,
welche noch physische Tonträger sammeln, haben vielleicht auch schon Blindkäufe
aufgrund des Artwork oder Bandnamen getätigt und waren dann zuhause positiv
oder negativ überrascht. Bei diesem Album hatte ich quasi ein Deja-Vu, denn
erwartet habe ich aufgrund des Äusseren eigentlich auf ein Thrash oder Speed
Album. Aber «After Dark» klingt, wie wenn Lordi Gothic Metal machen würde.
Hinter
Infernalizer steht Claudio Ravinale, seinerseits Sänger bei den italienischen Deathern
von Disarmonia Mundi. Nach dem (zu langen) Intro «Season Of The Witch» legt die
Band mit «The Dark Passenger» los und nimmt einen auf eine melancholische, aber
gleichzeitig auch auf eine catchy Reise in die Anfänge der Neunziger, als Bands
wie Paradise Lost oder Amorphis durchstarteten. «Moon Of Blood» bringt sowohl
die härteren Einflüsse zu Tage, aber auch viel Melodie, die Keyboards spielen auch
hier eine prägende Rolle. «What We Do In The Shadows» ist ein eingängiger Song,
den ich mir auf einer Lordi oder Alice Cooper Scheibe auch gut vorstellen
könnte. Überhaupt lässt sich die Präsenz von fast kitschigen Melodiebögen mit viel
Synthies nicht lügen, Ravinale hat definitiv ein Händchen dafür.
Unnötig
ist dann erst wieder das Outro, das ebenfalls zu lange geraten ist. Ansonsten
ist «After Dark» ein gelungener Trip in die Vergangenheit, mit einem Hauch zu
viel Kitsch und etwas zu vorhersehbar.


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