Tim
«Ripper» Owens mag ein guter Sänger sein, aber so richtig überzeugt hat mich der
gute Mann weder bei Judas Priest, Iced Earth oder mit einem seinen zahlreichen
anderen Projekten. Das lag aber weniger am Ripper, als vielmehr am Songwriting
der jeweiligen Alben. Seit sich der Sänger mit dem Ex-Judas Priest Gitarristen K.K.
Downing zusammengetan hat, hat sich das grundlegend geändert. Schon das
Debütalbum «Sermons Of The Sinner» hat mich gepackt und deshalb war ich sehr
gespannt auf den Nachfolger.
Auch
auf dem zweiten Werk ist der Judas Priest-Spirit allgegenwärtig, kein Wunder
bei Songtiteln wie «Sons Of The Sentinel», einer regelrechten Abrissbirne von
Opener. Überhaupt ist der Start von kurzen Songs geprägt, welche von messerscharfen
Riffs nur so strotzen. Der erste und eigentlich einzige Schwachpunkt folgt
ausgerechnet mit der Single «One More Shot At Glory», welcher das gewisse Extra
fehlt, der Song verliert vor allem im Refrain an der nötigen Dynamik und wirkt
auf mich zu konstruiert. Mit fortlaufender Dauer werden KK’s Priest epischer
und atmosphärischer, wie beim fabelhaften Titeltrack oder beim Schlusspunkt «Wash
Away Your Sins», wo Owens seine ganze Klasse zeigt. Es gab ja immer mal wieder ehemalige
Bandmitglieder die auf den Pfaden ihrer ehemaligen Combos wanderten. Ich erinnere
mich da an X-Wild oder an Rebellion oder dem undurchsichtigen Rhapsody (Of Fire)
Dschungel. KK’s Priest sind da nicht anders, natürlich null originell und ein
wenig bleibt natürlich ein schaler Beigeschmack, aber ich wäre glücklich gewesen,
hätten Judas Priest anstelle von «Jugulator» oder «Demolition» damals dieses
Werk veröffentlicht.
Auch
wenn die Reihenfolge der Songs sehr unglücklich gewählt ist (weil die schnellsten
Songs gleich am Anfang folgen…) bleibt «The Sinner Rides Again» ein
unterhaltsames und starkes Album.


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