Wie
es der Zufall so will, bin ich auf Thronehammer erst vor ein paar Wochen
gestossen, als ich diesen Namen als Tipp an einem Konzert erhalten habe. Nach
ersten Hörproben habe ich sofort das 2021er Album «Incantation Rites» zugelegt,
welches mich förmlich weggeblasen hat. Nun erscheint also der insgesamt dritte
Dreher namens «Kingslayer», welches mit weit über 70 Minuten Musik jede Menge
Gegenwert für euer sauer verdientes Geld bietet.
Episch,
düster, melancholisch, bretthart und mit grandiosen Riffs ausgestattet, bietet
«Kingslayer» ein Monument von einem Doom Album. Das liegt zu grössten Teilen an
dem grandiosen Gitarrenduo Tim Hammersmith und Stuart West. Die beiden
schütteln ein Killerriff nach dem Anderen aus den Ärmeln, als gebe es nichts
einfacheres. Daneben glänzt Sängerin Kat Shevil Gillham mit einer fast schon
unverschämten Selbstverständlichkeit, die verschiedenen Facetten von
orchestralem Gesang bis hin zu fiesen Growls in geradezu genialer Art und Weise
zu interpretieren. Dass Kat einmal als Mann geboren wurde, hört man der Stimme
übrigens noch an, ist aber ein weiteres wichtiges Alleinstellungsmerkmal der
Engländer. Wobei England nicht ganz korrekt ist, da mit Markus Ströhlein und
Uwe Void auch zwei deutsche Mitglieder zu Thronehammer gehören. Einzelne Songs hervorzuheben
ist schwierig, da «Kingslayer» ein epochales Statement in Sachen Doom Metal darstellt,
welches als Gesamtkunstwerk betrachtet werden sollte. Stellt euch einfach die
epischen Hymnen von Bathory treffen auf die Schwere von My Dying Bride und die
Atmosphäre von Paradise Lost. Dazu gibt es auch jede Menge Einflüsse von
klassischem Metal der Marke Grand Magus oder auch Sorcerer. Wenn ihr euch ein
Bild machen wollt, stehen mit den Singleauskopplungen «Kingslayer» und
«Shieldbreaker» auf Youtube zwei Songs zur Verfügung. Doch Vorsicht, ein Kauf
des Albums dürfte nach Hören der beiden Singles vorprogrammiert sein.
Auch
wenn ich der Meinung bin, dass das Logo der Band etwas in die Irre führt und
Blindkäufer eher eine Death/Grindcore Scheibe erwarten könnten, ist das
schwarz-weiss gehaltene Artwork ein Abbild der Musik. Es passiert viel,
verschiedene Einflüsse und Wendungen prägen das Bild und trotzdem ist das
Endergebnis ein in sich stimmiges Gesamtkunstwerk, welches den Titel «Doom
Album des Jahres» wohl in vielen Medien absahnen wird. Doom Metal Anhänger
werden diesen Monat mit Thronehammer und Sorcerer in allerhöchster Qualität
verwöhnt.


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