1. Endetidsbundet
«Endetid»
ist Norwegisch für Endzeit und gleichzeitig Titel der Debütscheibe dieser neuen
Band, welche sich strikt gegen Scheuklappen stellt und mehrere Genre Einflüsse
zulässt. Bandgründer Frank Bokseth dürfte eingefleischten Death Metal Fans
vielleicht noch aus Zeiten von The Embraced bekannt sein, welche um die Jahrtausendwende
zwei Alben veröffentlicht haben.
Der
Einstieg in die Scheibe ist mit dem über 8 Minuten langen «Endetidsbundet» recht
sperrig geraten. Die Einflüsse aus dem klassischen Metal, Progressive und Death
Metal, gepaart mit melodischem Thrash sind dem flüssigen Songwriting nicht wirklich
dienlich. Das schnelle «The Seeds Of Greed», gleichzeitig mit Abstand der
kürzeste Song, gefällt mir da schon eine Ecke besser. Als relativ einsamer Album
Höhepunkt entpuppt sich dagegen «The Princes In The Tower», was eigentlich bei
einem Blick auf den Gastsänger kein Wunder ist. Es handelt sich um keinen
Geringenen als Robert Lowe (Ex-Solitude Aeturnus, Ex-Candlemass), welcher der
galoppierenden Nummer den Stempel aufdrückt. Der Rest der Scheibe ist okay,
reisst mich aber nicht vom Hocker.
Der
Erstling der Norweger ist kein schlechtes Album, dazu sind die musikalischen
Fähigkeiten zu offensichtlich, ist aber eben auch nicht ein Must-Have. Wenn es
der Band gelingt mehr Songs wie eben «The Princes In The Tower» abzuliefern, könnte
durchaus noch etwas entstehen. In Sachen Artwork verdient die Band jedenfalls
schon mal das Prädikat Weltklasse.


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