Swiss Hardrock Time in der Met Bar.
Unter diesem Motto hätte der Abend im Lenzburger Kultschuppen auch laufen
können. Mit Sin69 und Chainer waren zwei einheimische Bands am Start, welche –
so viel sei verraten – nicht enttäuscht haben und die Zuschauer verdammt gut
unterhielten. Sie haben bewiesen, dass guter Hardrock nicht zwingend aus den
Federn von Gotthard, Krokus oder Shakra stammen müssen. Auch wenn die MetBar
nicht ganz so gut gefüllt war entwickelte sich ein vergnüglicher Abend, auch
dank der Spielfreude beider Bands.
Sin69
Die
Band aus Fribourg und Bern machte den Anfang. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum
von 2022 bildete den Mittelpunkt des Sets, aber auch brandneue Songs wurden
gespielt. So zum Beispiel das starke «House On The Hill». Sängerin Marina
kündete das Stück als Ohrwurm an und tatsächlich entpuppte sich das Haus am
Hügel zu einem Highlight des Abends. Stilistisch ist man dem melodiösen Hardrock
mit AOR Einschüben verfallen. So war auch die Akustikgitarre ein prägendes
Element auf der Bühne. Apropos Bühne: Die war mit sechs Leuten gut besetzt, was
natürlich grosse Bewegungsarien ausschloss. Pesche Liechti am Bass und Beat
Hefti an der Gitarre hielten sich diskret im Hintergrund, was man von
Emerald-Gitarrist Michael Vaucher nicht sagen kann. Er sorgte für den
metallischen Anstrich des Ganzen und sorgte mit seiner Spielfreude für die
nötige Dynamik, einer ansonsten etwas zurückhaltenden Performance der Band. Das
machte Sin69 aber mit der Musik wett: «Stop Fighting», «I See The Angels
Crying» oder die Bandhymne «Sin69» waren weitere Perlen des Abends. Etwas
schade, war dass der Gesang etwas schlecht abgestimmt war und Martina zu wenig
zur Geltung kam. Laut Michael Vaucher befindet sich die Band im Songwriting
Prozess und hofft auf einen Nachfolger irgendwann im nächsten Jahr. Da darf man
sich durchaus darauf freuen. Die Band besitzt nämlich erstaunlich viel
Potential.
Setlist:
«Evil’s Place» - «Drake» - «Around The World» - «Stop Fighting» - «On The Run»
- «I See The Angels Crying» - «Home» - «Hang It Up» - «House On The Hill» - «Dust
To Dust» - «Guardian Angels» - «Sin69»
Chainer
Das
Westschweizer Trio ist schon etwas länger unterwegs und haben schon drei Alben
im Gepäck. Dass hier nur die Hälfte der Leute wie bei Sin69 auf der Bühne
standen, merkte man kaum. Chainer sorgten für mächtig Dampf im Kessel und sorgten
dafür, dass die noch verbleibenden Fans nicht zu kurz kamen. Vor allem Sänger
Kev Van Raiser sorgte für ein breites Lächeln in meinem Gesicht. Der gute Mann
tönt wie ein gewisser Blackie Lawless, kein Wunder durfte er 2018 in der
Soloband von Ex-W.A.S.P. Gitarris Chris Holmes singen. Etwas verwunderlich
also, dass man sich für eine Coverversion von Warlock entschied. Nicht dass «All
We Are» keinen Spass gemacht hat, im Gegenteil, aber ich hätte als W.A.S.P. Fan
natürlich gerne ein «Wild Child» oder «I Wanna Be Somebody» gehört. Aber
natürlich haben Chainer auch genügend eigenes Material am Start um zu
überzeugen, allen voran natürlich «Rock In Hell», «High Wild Ride» oder «Sex
& Food & Rock ‘n’ Roll». Cooler Auftritt einer leider völlig
unterbewerteten Schweizer Band und definitiv ein Abend der deutlich mehr
Besucher verdient hätte.
Setlist:
«Intro» - «High Wild Ride» - «Ball’s Kicker» - «Carved In Steel» - «I Must Be
The Devil» - «Sex & Food & Rock ‘n’ Roll» - «Don’t Give Up» - «In Her Eyes»
- «Snack Bar Sex» - «Rock In Hell» - «All We Are» - «Born To Fall» - «Outro»
Sin69





































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen