1. Tramps And Thieves
2. White Trash Blues
3. Can't Park Here
4. King Of New York
5. Don't Bite The Hand
6. Last Time
7. Debbie
8. Brother Louie
9. Ode To You (Baby Just Walk)
10. Hates To Please
11. My Saint Judge
12. Take No Revenge
13. Wild, Wild, Wild
14. Ain't Love Blind
Besonders etwas sleazige, bluesige Rocker wie der Opener "Tramps And Thieves", "White Trash Blues", das von einer Slide-Gitarre getriebene "My Saint Jude", und der von einer Cowbell akzentuierte Abschluss "Ain't Love Blind" tendieren musikalisch zum bluesigen US-Rock Ende der 80iger. Aber das bedeutet meines Erachtens nicht, daß die Quireboys ihren ureigenen, englischen Charme dafür aufgegeben haben. "Bitter, Sweet & Twisted" ist ein grundanständiges, feines Rock N'Roll-Album, das sich nach-wie-vor in der Tradition von britischen, von R&B beeinflussten Rockbands à la The Rolling Stones, Faces und Humble Pie befindet.
Im Gegensatz zu dem tollen Debüt "A Bit Of What You Fancy" kommen Quireboys sehr viel tighter und abgeklärter rüber. War ihr erstes Album noch recht verspielt und klang vielleicht etwas zu sehr nach den Faces, fanden Quireboys mit "Bitter, Sweet And Twisted" zu einem etwas eigenständigeren, ausgereifteren Klangbild. Das Album zeigt sich auch deutlich weiterentwickelt und sehr viel abwechslungsreicher, was durch so unterschiedliche, aber tolle Lieder wie der abgefahrene, etwas boogie-mäßige Pub-Rock N'Roller "Can't Park Here", das mit swingenden Bläsern angereicherte, schleppende, etwas nach Sinatra klingende "Debbie", dem aufpolierten Blues "Ode To You", und dem Country & Western-Stück "Hates To Please" ausgedrückt wird. Diesem Abwechslungsreichtum folgt "Brother Louie", ein fetziger, sehr swingender Song, der auf ein Lied von Errol Brown und Tony Wilson (die britische Pop-Band "Hot Chocolate") zurückgeht. Die sehr ruhige Ballade "King Of New York", "The Last Time", und "Take No Revenge" sorgen für besinnlichere Momente auf "Bitter, Sweet & Twisted". Das rock n'rollige "Wild, Wild, Wild" ist vielleicht der einzigste Song, der auch auch dem Debütalbum hätte stehen können. Ich seh' schon, ich zähle das komplette Album auf - 14 Songs, und meines Erachtens kein Ausfall dabei.
Im Hintergrund ist natürlich das für Quireboys typische Honky Tonk-Piano stets wahrzunehmen, das meiner Meinung nach viel besser in die Lieder integriert wurde, als noch auf "A Bit Of What You Fancy". Zudem griff die Band auf eine reichhaltige, facettenreiche Instrumentierung zurück, die durch Sitar, Mandoline, Mundharmonika, Hammond B3 Organ, Clavinet, Bläser und Streicher deutlich wird.
Veröffentlicht im Jahre 1993, erschien das Album viel zu spät, um im um-sich-greifenden Grunge-Boom noch etwas zu reißen, obwohl in dieser Zeit der sogenannte 'Roots'-Rock mit Bands wie den Black Crowes ein großes Revival feierte. Wenn man auf Rock N'Roll der 70iger-Jahre, und bzw. oder auf sleazigen, bluesigen US-Rock Ende der 80iger steht, sollte man "Bitter, Sweet & Twisted" durchaus mal antesten. Ich denke, dass sich das mehr als nur lohnt. Zumindest ich sehe das Album auf einer Augenhöhe mit solchen Alben wie "Pump" von Aerosmith, "Heartbreak Station" von Cinderella, oder auch "Use Your Illusion" von Guns N'Roses, ohne dass es einen Abklatsch darstellen würde. Die Quireboys sind keine Kopie, sie sind nicht Guns N'Roses oder die Rolling Stones. Sie sind auch nicht die Faces oder Rod Stewart. Sie sind auf jeden Fall eine verdammt fantastische Rock N'Roll-Band, die einen nicht enttäuscht. Schade, das den Quireboys kein ähnlicher Erfolg vergönnt war. (AMAZON)


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