Bewertung: 8
Die Schweden melden sich drei Jahre nach dem starken «At One With None» mit ihrem sechsten Studioalbum zurück. Wer den Vorgänger bejubelt hat, dürft auch «The Host» abfeiern, denn musikalisch bleibt man auf derselben Schiene. Allerdings haben Portrait nun zum ersten Mal ein Konzeptalbum am Start und die Musik auf die schon feststehenden Lyrics geschrieben. Es geht um eine fiktive Figur welche im 17. Jahrhundert Pakte mit dem Teufel schloss um Stärke zu finden. Für diese Geschichte nehmen sich die Skandinavier Zeit, denn ganze 74 Minuten Metal wird dem Käufer geboten.
Wie schon erwähnt, bleibt man musikalisch beim eingeschlagenen Weg und präsentiert wieder klassischen Metal, meist im Midtempo, oft vertrackt, düster und atmosphärisch, ja man könnte hier durchaus Mercyful Fate (oder Attic) als Vergleich hernehmen, zumindest was die gewisse Schwere in der Musik angeht. Der Opener «The Blood Covenant» startet dabei erstaunlich flott mit Double Bass und hohem Gesang von Sänger Per Lengstedt, der zum Glück nicht wie eine Kopie vom King aus Dänemark klingt. Im Verlauf des Albums nimmt die düstere Stimmung noch zu, beispielsweise beim epischen «The Passions Of Sophia» oder beim geilen «In The Sacrament». Trotzdem haben wir es hier keinesfalls mit leichtverdaulicher Kost zu tun. «The Host» entfaltet sich erst nach ein paar Umdrehungen und es braucht die richtige Stimmung dafür. Wenn ihr also einen fröhlichen Tag habt, ist Portrait die falsche Wahl.


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