1. Ruf Der Freiheit
Wie würde sich Bon Jovi in einem Mantel-und-Degen-Film machen? „Dem Himmel entgegen“ von dArtagnan enthält in jedem Fall die schönste Talk-Box-Gitarre seit „Living On A Prayer“, und auch was die Stadiontauglichkeit angeht, sind die Nürnberger auf der richtigen Spur. Unverblümt massenkompatibel bedient die Band hier die ganze Bandbreite ihres Publikums – während „Coeur De La Mer“ temporeichen, druckvollen Folkrock serviert, der die Geige ebenso clever und ohrwurmtauglich einsetzt wie der Opener „Ruf der Freiheit“, dessen einleitendes Violinen-Thema, wäre es ein paar bpm langsamer, auch im Score zu einem abenteuerlichen Kinostreifen Platz finden könnte. „Rollt rein“ entwickelt sich nach klagendem Uilleann-Pipes-Intro zum lupenreinen Partykracher, während sich „Rosenrot“ als individuell gefärbte Version von „Greensleeves“ erweist. „König der Korsaren“ huldigt mit schmissigen Wechselgesängen dem historischen Kaperer Robert Surcouf, der sich auch in Alexandre Dumas’ „Der Graf von Sainte-Hermine“ tummelt. Als Gäste geben sich Melissa Bonny, die spanischen Metaller Mägo De Oz und Visions Of Atlantis die Ehre. Letztere beim im Bonusbereich angesiedelten Nik-Kershaw-Cover „The Riddle“. Ebenfalls dort zu finden: der aufgedrehte Kosakenreigen „Cheers My Friend“ (mit Fiddler‘s Green und Ye Banished Privateers) sowie traditionelles Liedgut („La Jument De Michao“, „Two Ravens“). Was fehlt noch? Ein wenig orientalische Würze. Gibt‘s natürlich auch. Zusammen mit der Erkenntnis: Das Leben ist ein „Freudenhaus“. Mit dArtagnan lässt sich das Dasein in jedem Fall ordentlich feiern! (SONIC SEDUCER)


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