2021 ist Frontmann Francesco Paoli beim Bergklettern abgestürzt und beinahe um’s Leben gekommen. Es folgten viele Operationen, mehrere Monate Reha und lange war nicht klar ob er jemals wieder ein Instrument spielen kann. Von diesem Kampf, von den Ängsten und Hoffnungen erzählt das sechste Studioalbum der italienischen Symphonic Death Metal Band. Der Unfall ist der Hauptgrund, weshalb Fans nun fünf Jahre warten mussten bis der nächste Streich erscheint. Im Vergleich zu den Vorgängern fällt vor allem auf, dass Sängerin Veronica Bordacchini mehr eingebunden ist und neben Paoli eine wichtige Rolle übernommen hat. Das zeigt sich schon beim Highspeed Opener «I Can Never Die», bei welchem die Dame den Klargesang übernimmt. Das gibt dem Sound von Fleshgod Apocalypse natürlich mehr Tiefe und Möglichkeiten. Was geblieben ist, sind die vertrackten und technisch anspruchsvollen Tracks, welche manchmal drei, vier Durchgänge brauchen um zu zünden. «Bloodclock» ist so ein Beispiel: Balladesk fängt das Stück an, um dann mit Blastbeats, Breaks und choralen Gesängen zu überraschen. Zu meinem eigenen Erstaunen ist es der ruhigste Song, den ich als Albumhöhepunkt auserkoren habe: «Till Death Do Us Part» ist unglaublich packend, episch, anmutend und verpackt beide Stimmen mit am Besten. Fleshgod Apocalypse Anhänger werden mit dem neuen Material nicht enttäuscht sein, auch wenn man einen Tick vielschichtiger geworden ist. Sollte es wider erwarten noch Leute geben, die noch nie was von unseren südlichen Nachbarn gehört haben: Wer schon Alben von Septicflesh, Ex-Deo, Dimmu Borgir oder Aephanemer im Schrank stehen hat, muss Fleshgod Apocalypse dick auf seinen Einkaufszettel markieren.
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