1. Ingen Skansel
Fans der norwegischen Black Metal Band müssen jede Menge Geduld mitbringen, denn dem vierten Album ging eine Wartezeit von elf Jahren voraus. Auch zwischen dem zweiten und dritten Album dauerte es mit sieben Jahren sehr lang. «Obwohl Koldbrann tief in der echten norwegischen Black-Metal-Tradition verwurzelt ist, hat er innerhalb der Genregrenzen seinen eigenen Sound herausgearbeitet, der frisch, roh und anders klingt.» lautet das Zitat in der Presseinfo.
Dem kann ich nur teils zustimmen. Klar ist, dass Koldbrann wirklich tief in dem typischen, kalten, aggressiven und bösen Black Metal der Neunziger verwurzelt ist. In Sachen Sound höre ich aber nichts grundlegend Neues. Man merkt der Band die jahrelange Erfahrung an, das klingt alles sehr professionell, die Gitarren sind fies, der Gesang abgrundtief böse und die Drums und Bass sorgen für den nötigen Druck. Doch auf nach vier Durchgängen kristallisiert sich kein wirklicher Favorit hervor. Immer wieder geistert mir folgender Gedanke durch den Kopf. «Solid, aber irgendwie durchschnittlich».
Auch wenn das Album aufgrund der norwegischen Texte noch autentischer
wirkt, bleibt zu wenig hängen um wohl in der Flut der Veröffentlichungen nicht
unter zu versinken. Die lange Wartezeit hat sich also nur bedingt gelohnt,
obschon sich mit «Serenade Til Dodens Elende» am Schluss noch ein kleiner Ausreisser
nach Oben eingeschlichen hat.


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