Also der Pressetext ist mal wirklich gelungen: Bonn Area Thrash Strikes Back! Mit ihrem dritten Album kehren die vier Jungs aus der früheren Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland zurück und knallen uns ein schnelles Thrashwerk vor den Latz und zwar eines das lange nachhallen wird!
Innovativ ist hier eigentlich nichts, doch das ist auch nicht das erklärte Ziel. Nach vorne preschender Thrash hat man sich auf die Fahne geschrieben und das wird mit Ausnahme des Stampfers «Ten Year Chaos» auch geboten. Ein zweiter solcher Song hätte sicher für mehr Abwechslung gesorgt, aber trotzdem geht das Album richtig gut ab. Die Vorbilder dürften eher in der Bay Area (Exodus, Testament) als im Heimatland zu suchen sein. «Misanthropolis», mit seinen extravaganten, aber geilen Gitarrenleads ist ein Beweis für diese These. Noch besser fährt «Trenchmouth» in die Ohrgänge, hier mischt man Exodus mit Anthrax. Was für ein Hit! Der Titeltrack beginnt gemässigter, drückt dann aber auf das Gaspedal. Holy Shit, ist das geiler Tobak! Wer einen Song wie «Trapped In The Dark» an den Schluss eines Albums stellt, hat dann wahrscheinlich auch genug Selbstvertrauen. Live dürfte der Song für mächtig kreisende Mähnen und Moshpits sorgen. Nichts glattgebügeltes, keine getriggerten Drums, kein Schnick Schnack, sondern 100 Prozent ehrlicher Thrash, wie er in den Achtzigern gespielt wurde. Das heisst nicht, dass wir es hier mit einer Garagen Aufnahme zu tun haben, das Teil hat immer noch ordentlich Wumms.
Ich muss zugeben, dass ich nicht einen solchen Knaller erwartet habe. Obwohl auch schon der Vorgänger wirklich gelungen war, sind sieben Jahre Wartezeit halt nicht wenig und man ist schnell mal aus den Gedanken verschwunden. Auch wenn das Warten mit einem bockstarken Album entschuldigt ist, darf es das nächste Mal gerne etwas schneller gehen. Zusammen mit der neuen Warbringer bisher das Thrash Highlight des Jahres.


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