Es
entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass an Ostern und am Tag als der Papst
das Zeitliche segnet, ein Black Metal Package die Musigburg beehrt. Das
ehemalige Kino in Aarburg war sehr gut besucht, rund 300 Nasen wollten sich das
Spektakel nicht entgehen lassen und so viel sei verraten, sie gingen sicher
nicht enttäuscht nach Hause. Da Ostern ja ein Feiertag ist, waren selbst beim
Opener schon viele Fans anwesend, so dass die Stimmung von Anfang an gut war.
Cân
Bardd
Püntklich um 19:00 legten die Schweizer los und zockten
rund 40 Minuten lang starken Atmospheric Black Metal. In tiefen Nebelschwaden
und meist grünem Licht war zwar eine gewisse Mystik gegeben, allerdings sah man
so eigentlich nur die Umrisse der jeweiligen Musiker. Diese gaben sich auch
äusserst wortkarg. Die einzige Kommunikation mit dem Publikum kam erst nach
einer halben Stunde zu stand: «Thank You, we are Cân Bardd from Geneva, this is
our last Song». Beim vorletzten Song sorgten die Genfer für Abwechslung als
eine Flötistin die Bühne betrat. Im Nebel konnte ich leider nicht viel
erkennen, ich vermute mal dass es sich dabei um Ella Zlotos handelte, die
später auch bei Saor spielte. Musikalisch ein starker Auftritt, in Sachen
Interaktion, Licht und Bühnenpräsentation gäbe es hingegen noch Potential.
Setlist: «Une
Couronne De Branches» - «A Gift For Nature» - «Celestial Horizon» - «Devoured
By The Oak Pt. I» - «Devoured
By The Oak Pt. II»
Imperium
Dekadenz
Die Jungs aus Baden Württemberg waren die härteste Band
des Abends. Ihre Wurzeln liegen im norwegischen Black Metal, allerdings sind
sie deutlich melodiöser und haben sowohl Ambient wie auch Elemente aus dem
Melodic und Atmospheric Black Metal in ihrem Sound. Laut Sänger Horaz freute
man sich auf die Schweiz, da der letzte Auftritt schon ein Weilchen zurück
liegt. Die Spielfreude war denn auch spürbar, zumal auch einige Die-Hard Fans
ihre Imperium Dekadent Shirts zur Schau trugen. Mit mittlerweile sieben Alben,
konnte man in Sachen Songauswahl aus dem Vollen schöpfen. Da die meisten Songs
die sechs Minuten locker knacken, reichte es am Schluss immerhin zu sieben
Titeln, schön verteilt auf eine Stunde Spielzeit. Im Gegensatz zu Cân Bardd war
die Lichtshow auch so gestaltet, dass man die Musiker auch sehen konnte. Auch
die Baden-Würtemberger Truppe enttäuschte nicht und konnte sich sicher den
einen oder anderen neuen Fan gutschreiben lassen.
Setlist: «Bis Ich Bin» - «Aura Silvae» - «Awakened Beyond
Dreams» - «Aurora» - «Memories…A Raging River» - «Schwarze Wälder» - «Striga»
In
The Woods…
Vor zwei Wochen hatten die Norweger ihr neues Album
«Otra» (welches mit einem wunderschönen Artwork veredelt wurde) auf die Masse
losgelassen. Drei Songs kamen nun auch live zum Zug. Mit ihrem Mix aus Black,
Gothic und Progressive Metal passten In The Woods… trotzdem gut zu diesem
Package. Die Fans jedenfalls spendeten auch hier mehr als Höflichkeitsapplaus.
Hörte man sich im Publikum etwas um, fiel ab und zu auch auf, dass die Band
aufgrund der vielen Besetzungswechseln (nur noch Drummer Anders Kobro ist als
Gründungsmitglied dabei, der Rest erst seit 2018 oder später) die Magie der
früheren Auftritte wohl nie mehr erreicht werde. Das kann ich aber nicht
beurteilen, der heutige Gig war aber auf jeden Fall weit weg von schlecht.
Setlist: «Heart Of The Ages» - «The Cowards Way» - «The
Crimson Crown» - «A Misrepresantion Of I» - «Empty Streets» - «The Things You
Shouldn’t Know» - «A Wonderful Crisis» - «…In The Woods»
Saor
Wollen wir das Negative gleich zu Beginn abhandeln? Der
Abend bestand eigentlich nur aus Songs des aktuellen Albums «Amidst The Ruins»,
einzig der Rausschmeisser «Aura» zeugte von der Vergangenheit. Dass dabei Götterwerke wie «Roots»,
«Guardians» oder «Forgotten Paths» nicht beachtet wurden, war natürlich äusserst
bedauenswert. Klar, die ultralangen Sons lassen es nicht zu, eine Setliste mit
15 Songs auf die Beine zu stellen. Und eigentlich lässt sich dieser negative
Punkt schnell aus der Welt schaffen, denn das neuste Album ist ein Knaller und
rangiert bei mir immer noch ganz zuoberst im Jahresranking.
Die Musik des Schotten Andy Marshall ist gleichzeitig
bezaubernd schön, melancholisch, träumerisch und gleichzeitig wütend und voller
Wut. Die folkigen Parts von Ella Zlotos waren dermassen grandios, dass wohl
nicht nur mich eine Gänsehaut nach der anderen heimsuchte. Dass die Band ja
eigentlich aus Live Musikern besteht, war ebenfalls kein Negativaspekt, das
Zusammenspiel war auf absolutem Top-Niveau. Nach rund 70 Minuten war dann
Schluss, man hätte der Band wohl auch drei Stunden zuschauen können. Saor
wurden zu Recht abgefeiert und zementierten den Thron in ihrem Genre aber so
was von locker.
Setlist: «Amidst The Ruins» - «Echoes Of The Ancient Land» - «Glen Of Sorrow» - «The Sylvan Embrace» - «Rebirth» - «Aura»
Cân Bardd



















































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