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Crystal Pride - Crystal Pride



Release Info: 1985 - Mill - Full Length
Band Info: Schweden - 1981 - Heavy Metal
Bewertung: 8


Songs:

1. Rock 'n' Roll Gun
2. Let You Go
3. Knocked Out
4. Evil Force
5. Out For Love
6. The Final Eclipse
7. Thousand Nights
8. Flight Of Heart

Da wir gerade beim Thema coole Bands mit Frontfrauen sind, reisen wir zurück ins Jahr 1985 und hören uns Crystal Pride an, eine unbekannte schwedische Formation um die freche Susanne Christensen, deren wildes und feuriges Antlitz nicht nur an die verstorbene Sandy Rago von Cerberus und Sacred Few erinnert, sondern auch an Betsy von der Band mit dem komischen Namen Bitch. Außerdem klingt sie sehr nach dem, was aus Cyndi Lauper geworden wäre, wenn sie sich für Heavy Metal statt Pop-Rock entschieden hätte. Das einzige Album dieses Quintetts mit zwei Gitarren, das mir mein neuer Kumpel Lucius empfohlen hat, lädt uns ein, uns diesem ziemlich rockigen Werk einer leider nicht mehr existierenden Band zuzuwenden, die so alt ist wie ich.

Es ist ziemlich überraschend, dass das noch nicht alles gehört hat, wenn man bedenkt, wie meisterhaft die Gitarren sind, auf eine helle und lebendige Art im Scorpions-trifft-Shok-Paris-Stil, die ausreicht, um uns vor Freude in die Luft zu katapultieren. Da bin ich wieder, aber der Song „Knocked Out“ mit seinen Mega-Retro-Synthies und dem ach so süßen Intro-Shuffle erinnert auch an Sumerlands; insbesondere an eine weniger düstere, aber ebenso coole Variante von „The Seventh Seal“ der Amerikaner aus dem Jahr 2016.

Abgesehen von einem metallischen Cover von Bananaramas „Venus“ – nicht lachen, aber als Kind habe ich den Refrain mit etwas verwechselt, das sich reimt und mit „p“ anfängt – serviert Crystal Pride klassischen Metal pur, beginnend mit dem ausgelassenen Opener „Rock N' Roll Gun“. Schon beim ersten Hören wusste ich, dass mir das ganze Album gefallen würde, und so gekonnt und originell die Musik auch ist, verstärkt durch den stetig pulsierenden Bass und die hämmernden Midtempo-Drums, ist Susanna der Dreh- und Angelpunkt, der dem selbstbetitelten Album einen so gefährlichen Sound verleiht, ähnlich wie die Night Vipers, Savage Masters und Towers dieser außer Kontrolle geratenen Welt. „Let You Go“ ist ein weiterer Kneipenschläger, während „Evil Force“ wie der düsterste, am wenigsten radiotaugliche und kompromisslose Metal-Track wirkt. Tatsächlich haben Accept angerufen … um zu schreien: „Alles klar, Mädchen!“.

Obwohl mir Crystal Prides üppige Riff-Salate besser gefielen, gefiel mir auch das Dressing – sprich die wohlüberlegt platzierten Soli wie das auf „Evil Force“ (der Bandname wurde von Bandkollegen in Paraguay und Chile übernommen). Die zweite Hälfte des Albums ist zwar nicht so einprägsam, bleibt aber dennoch interessant, sei es wegen des zugänglicheren oder schlicht rockigen „Out For Love“, während Heart-Fans dem lockeren Shuffler „Magic Man“ nicht widerstehen können. Der epische Grübler „The Final Eclipse“ gewährt einen besseren Einblick in ihre härtere, weniger partylastige Seite. Dann kehrt die schöne Shok-Paris-Ähnlichkeit für eine Zugabe zurück, während „Thousand Nights“ richtig abgeht. Sogar das sich langsam entwickelnde „Flight Of Heart“ ist einen Blick wert, da es sich schließlich in pures, knackiges Shred zersetzt. Kurz gesagt: Crystal Pride können stolz auf ihre Leistung sein! (METAL ARCHIVES)
 


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