Dieses Trio aus Verrückten aus Bend, Oregon, treibt sich schon seit über einem Jahrzehnt herum, daher wundert es mich, dass sie nicht aktiver geworden sind. Vielleicht sind sie vom vielen Bluttrinken und dem Bannen abgelenkt? Wie dem auch sei, dieses selbstbetitelte Album ist nicht das Debüt der Band. Dieses spezielle Stück erschien vor fünf Jahren unter dem Titel The Summoning . Bei dieser neuen Veröffentlichung fragte ich mich, ob sich etwas ändern würde oder ob Gravewitch bei ihrem schwarzen Thrash-Erbrochenen bleiben würden. Aber das ist immer noch genau das Gravewitch, das ich kenne: spritzige Melodien, knackiger Gesang und straffe Perkussion, alles in einer ähnlichen Art und Weise vorgetragen wie bei Skeletonwitch. Obwohl der Sound von Gravewitch, insbesondere im scharfen Gesang von Gitarrist Chris Fleming, einen Hauch von Rauheit aufweist, besticht das Album dennoch durch einen modernen Glanz. Die Band zeigt zwar Einflüsse von Aura Noir und vielen anderen Blackened-Thrash-Bands, aber es fehlt ihnen die echte, primitive Härte, obwohl sie sich dessen bewusst zu sein scheinen. Ich würde das wohl als sauberen Blackened Thrash bezeichnen, verkörpert durch den finsteren Opener „Damnable Evil“, auch wenn es nie ganz den Heißhungermodus erreicht. Stattdessen zaubert das Trio einen glatten, aber leicht eingeschränkten Sound, der zügig poliert ist, ohne barbarisch oder blendend zu sein. Die Songs sind gut gemacht, prägnant und eingängig, wobei teuflische Riffs melodisch in spitzere Erwiderungen übergehen, ohne dass dabei jemals Fleisch durchstochen wird. Das soll nicht heißen, dass dieses Album harmlose Schwärze ist, denn es gibt jede Menge Biss und Boshaftigkeit mit dem wilden und höhnischen „Mistress Of Hate“ und meinem Lieblingssong „White City Devil“, der geradezu unheimlich ist. „Woodland Trance“ ist ein weiterer starker Track, der mit seiner nordischen Frostigkeit aber eher in Richtung geradliniger Black-Metal-Stimmung tendiert. Ein weiterer Favorit ist „Ritual Reanimation“ mit seinem spannungsgeladenen Aufbau und dem eher kehligen Gesang. Hier gibt es viel zu genießen, da Gravewitch ihrer ohnehin schon starken Formel noch ein paar Death- und Thrash-Elemente hinzufügt. Ich habe dieses Album jetzt schon einige Male gehört und empfehle Ihnen, das auch zu tun. (METAL FORCES)
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