Release Info: 1985 - Earthshaker - Full Length
Band Info: Deutschland - 1981 - Thrash Metal
Bewertung: 7
Bewertung: 7
1. Killing Machine
2. Grippin A Heart
3. Rulers Must Come
4. Screaming From A Chamber
5. Intro
6. Shadow Of The Dawn
7. Panic & Hysteria
8. Road Of Destiny
9. Deep In Hall
Zunächst einmal spiegelte das schläfrige Monster auf dem Cover definitiv nicht die musikalische Vision von Living Death wider. Ich schätze, der Coverkünstler hatte einfach nicht seinen besten Tag. Doch die temperamentvolle Band präsentierte sich ganz anders. „Metal Revolution“ war ein pompöser Titel, aber er enthielt auch ein Fünkchen Wahrheit. Living Death waren Teil der deutschen Speed-/Thrash-Metal-Revolution. Ganz zu schweigen vom mehr oder weniger einzigartigen Gesang von Toto Bergmann. Sein schrilles Geschrei, sein hohes Krächzen und sein rasselndes Lachen spalteten die Szene in Living-Death-Fans und -Hasser. Sein Gesangsstil war mit dem anderer deutscher Thrash-Sänger nicht zu vergleichen. Obwohl er über keinen beeindruckenden Stimmumfang verfügte, performte er kraftvoll. Als ob das nicht genug wäre, profitierten Toto (und natürlich auch die übrigen Bandmitglieder) vom soliden Sound. Die Band hatte offensichtlich aus den Fehlern der Aufnahmen ihres Debüts gelernt. Infolgedessen stand „Metal Revolution“ auf Augenhöhe mit den zeitgleich erschienenen Alben vergleichbarer Bands. Über die Reihenfolge der Songs ließ sich streiten. Nach der durchaus spannenden A-Seite konnte die zweite Hälfte des Albums nicht an das bisherige Niveau anknüpfen. Die B-Seite mangelte zwar nicht an soliden Kompositionen, doch fiel auf, dass die Stücke keine nachhaltige Wirkung entfalteten. Mit der Energie von „Killing Machine“ oder der gespenstischen Atmosphäre von „Screaming from a Chamber“ konnten die Stücke nicht ganz mithalten. Musikalisch hatten die Velberter jedoch ein Album mit einem homogenen Gesamtbild komponiert. Die überwiegend rasanten Melodien zeigten, dass sich die Band eher auf den Underground konzentrierte, ohne ein breiteres Publikum zu erreichen. Schon der Beginn des torpedoartigen „Killing Machine“ mit seinen kantigen Riffs, den Trommelwirbeln und einem langgezogenen Schrei von Toto schreckte den Durchschnittskonsumenten (auch bekannt als Iron Maiden-Fan) ab. So konnte es passieren, dass viele eingefleischte Metal-Fans den traditionellsten Track von „Metal Revolution“ verpassten. Mit einem robusten Rhythmus ausgestattet, bewies das schwer hämmernde „Rulers Must Come“, dass die Jungs von Living Death mit Alben wie „Balls to the Wall“ vertraut waren. Das Experiment ging auf. Nicht zuletzt dank des eisernen Refrains stand der Song den benachbarten Highlights in nichts nach. Unter anderem glänzten sowohl „Grippin´ a Heart“ als auch „Screaming from a Chamber“ mit ihren intensiven Ausklangspassagen. Aus heutiger Sicht erscheint „Metal Revolution“ als notwendiger und logischer Schritt zwischen dem unzureichend produzierten Debüt und „Protected from Reality“, dem Höhepunkt der Banddiskographie. Doch diese Sichtweise ignoriert die Realität Mitte der Achtzigerjahre. 1985 war nichts logisch. Einen Masterplan gab es noch nicht. Alles war in Bewegung, und die eisernen Newcomer spielten einfach den Stil, den sie liebten. Der jugendliche Sound vermischte Naivität mit Unbekümmertheit und Aggressivität mit Tempo. Diese Zutaten verliehen den meisten ihrer Produkte einen ganz besonderen Charme. Finden Sie es heraus, während Sie „Metal Revolution“ hören – und lassen Sie sich von dem schielenden Monster nicht beirren.


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