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Desaster - Tyrants Of The Netherworld



Release Info: 2000 - Iron Pegasus - Full Length
Band Info: Deutschland - 1988 - Black Metal
Bewertung: 8


Songs:

1. Intro
2. Nekropolis Karthago
3. Victim Of My Force
4. Profanation
5. Sworn To Avenge
6. Tyrants Of The Netherworld
7. Call On The Beast
8. Battle Oath
9. Disciples Of Darkness
10. Reign Of Tyrants

„Tyrants of the Netherworld“, das dritte Studioalbum von Desaster, hatte ein Luxusproblem. Die unermüdliche Band präsentierte – fast ausnahmslos – großartige Songs, doch der monumentale Titeltrack stellte alles andere in den Schatten. Aber von vorn. Desaster hatte sich mit ihren überzeugenden Vorgängeralben bereits einen Namen gemacht. Meine Erwartungen an „Tyrants…“ waren dementsprechend hoch. Es war keine leichte Aufgabe für die Band gewesen, meine Hoffnungen auf einen herausragenden Nachfolger des fantastischen „Hellfire’s Dominion“ zu erfüllen.

Vor diesem Hintergrund war ich von „Nekropolis Karthago“ zwar angetan, aber nicht restlos begeistert. Der Song eröffnete das Album auf sehr wilde und aggressive Weise. Die folgenden Stücke der ersten Albumhälfte schlugen mehr oder weniger dieselbe Richtung ein. Thrash Metal bildete das Grundgerüst, das mit Black-Metal-Elementen verziert wurde. Wie schon bei ihren bisherigen Veröffentlichungen wurde jeder Song mit großem Traditionsbewusstsein präsentiert. Man höre sich beispielsweise die Schmier-artigen Schreie von Okkulto in „Victims of My Force“ an. Diese Songs erreichten ein mehr als akzeptables Niveau, auch wenn sich ein etwas schwächerer Refrain („Sworn to Avenge“) eingeschlichen hatte. Doch wie bereits erwähnt, brachten mich diese Stücke nicht wirklich zum Kochen. Irgendetwas fehlte, eine undefinierbare Zutat, der unverwechselbare Duft von Desasters Blackened Thrash. Das lag zweifellos nicht nur an der etwas stumpf klingenden Produktion. Dann kam der Titeltrack…

Ein sanftes Gitarrenriff, begleitet von Regen und Donner, formte eine Melodie, die zu einer harten Strophe anschwoll. Der eindringliche und recht melodische Refrain markierte den vorläufigen Höhepunkt. Doch die unheilvolle Atmosphäre wurde im Mittelteil nach dem zweiten Refrain noch intensiver. Eine düstere Basslinie wurde von fantastischen Gitarrenlicks übertönt, während die schaurigen Stimmen die alte, aber immer noch faszinierende Geschichte vom Kampf zwischen Gut und Böse erzählten. Nach dem Höhepunkt dieses Teils vollendeten die dritte Strophe und der letzte Refrain dieses Meisterwerk auf brillante Weise. Als ich diesen Song zum ersten Mal hörte, war ich total überwältigt und kann ihn jedem Extreme-Metal-Fan nur wärmstens empfehlen. Einziger Wermutstropfen: Er war viel zu schnell vorbei, obwohl er über sieben Minuten dauerte.

Natürlich konnten die übrigen Songs mit diesem Giganten nicht mithalten. Die Band spielte zwar auf hohem Niveau, ohne jedoch ein zweites gigantisches Black-Thrash-Monster zu erschaffen. Ich will aber nicht verheimlichen, dass das halsbrecherische „Disciples of Darkness“ mit seinen rasanten Riffs und dem furiosen, exzellenten Gitarrensolo ebenfalls sehr überzeugend war. Wenn ich einen zweiten Höhepunkt nennen sollte, würde ich diesen Kracher wählen. Objektiv betrachtet gab es also keinen Grund zur Klage. Desaster bewiesen einmal mehr, dass sie ein fester Anker gegen den modernen – oder sollte ich sagen: falschen – Metal sind. Trotzdem hinterließ das Album aufgrund der Qualität des Titeltracks den Eindruck, dass die Band ihr enormes Potenzial nicht voll ausgeschöpft hatte. (METAL ARCHIVES)



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