"Sold Out" konnte der Konzert-Tempel in Pratteln vermelden, und wenn wir schon bei Templern sind, dann dürfen HammerFall nicht fehlen. Die "Templars Of Steel" gehören zum Inventar im Z7 und ihre Karriere, beziehungsweise deren Aufstieg, ist eng mit der schweizerischen Location verbunden. Von den frühen Gehversuchen als Support für Raven und Gamma Ray (1997) bis hin zu den ersten ausverkauften Headliner-Shows, die Nordländer um Gitarrist Oscar Dronjak und Sänger Joacim Cans spielten immer im Z7. Wie es sich als "True Metal Warrior" gehört, war Rönu natürlich an vorderster Front mit dabei und ausser sich vor Freude.
Da er sich beim diesjährigen "ICE ROCK Festival" schon als tanzender Bär bei Whitesnakes «Still Of The Night» entpuppte, kannte Rönu in Pratteln kein Halten mehr. "Grossartig" war schnell auf dem Display meines Smartphones zu lesen, während seine strahlenden Augen mehr erzählten als tausend Worte. Wäre es nicht Winter gewesen, dann hätte unser Schreiberkollege sicherlich jedem der es sehen wollte (oder auch nicht) stolz sein HammerFall Tattoo präsentiert. Das sind Geschichten, die eben nur die Musik schreiben kann. Bevor aber die Schweden einen weiteren Höhenflug im Z7 feierten, standen die Engländer von Tailgunner auf der Bühne, die kurz zuvor in den Medien verkündeten, dass Gitarristin Rhea Thompson krankheitsbedingt ausfällt und durch Jara Solis ersetzt wird. (tin)
Tailgunner
Es war nicht nur der grosse Tailgunner Schriftzug, der unter dem hellblau fluoreszierenden Mikrofonständer für Spektakel sorgte, sondern auch die agile, wilde, frische und kaum stillstehende Performance der Lady und der Jungs, die dem Z7 einen grandiosen Gig bescherten. Die in Leder gekleidete Truppe griff an und wollte sich beim Publikum in bester Erinnerung verankern, was ihr problemlos gelang. Gleiches galt für Rönu, unseren Gallier, der auch ohne Zaubertrank wie ein Zäpfchen steilging. Sänger Craig Cairns trieb dabei nicht nur ihn sowie das Publikum an, sondern auch sich selbst und seine Band. Die Saiten-Fraktion solierte gekonnt allein oder zu zweit, während sich Bassist Thomas Newson immer wieder mittendrin befand. Das synchrone Posing (ein Bild für die Metal-Götter!) tat das Übrige dazu bei, dass die Anwesenden von Beginn an begeistert wurden.
Mutig
war es zudem, das Set mit dem Titeltrack den neuen Werkes «Midnight Blitz»
(Release am 6. Februar 2026) zu eröffnen. Die musikalische Mischung aus Iron
Maiden, Judas Priest, Tokyo Blade und den alten Tygers Of Pan Tang ergab ein in
sich stimmiges Bild, das ein agiles Kollektiv präsentierte, von dem man
zukünftig noch viel hören wird. Hier passt einfach alles zusammen und ist nicht,
wie bei vielen neueren Combos, ein blosses Aneinanderreihen von Klischees,
sondern das Ausleben der Leidenschaft, die so einer Herzensangelegenheit
gleichkommt. Um den traditionellen Metal mit treibenden Rhythmen, grandiosem Gesang
und ganz viel Gitarren braucht man sich, dank Tailgunner, keine Sorgen zu
machen. Sie sind die Band für die Zukunft! (tin)
Setliste: «Midnight Blitz» - «White Death» - «Shadows Of War» - «Tears In Rain» - «Barren Lands & Seas Of Red» - «Eulogy» - «Guns For Hire»
HammerFall
Endlich wieder HammerFall im Z7! Nachdem man in den letzten Jahren eher als Support-Band von Helloween oder Powerwolf, respektive auf grossen Festivals unterwegs war, durften sich die Fans der Schweden wieder einmal auf ein Konzert im legendären Z7 freuen. Die ausverkaufte Halle war dementsprechend geladen und sang schon beim Opener «Avenge The Fallen» mit. Das Bühnenbild war nicht ganz so überladen wie auch schon, optisch aber trotzdem ein Hingucker. Links vom Schlagzeug thronte das grosse HammerFall Schild mit dem bekannten "H", und rechts war ein übergrosser Hammer aufgebaut worden. Auf Pyros, Luftschlangen und allerlei Schabernack wurde diesmal verzichtet und ehrlich, es reicht völlig, wenn HammerFall die Musik sprechen liessen. Nach dem fulminanten Auftakt versetzte man die tobende Meute mit «Heeding The Call» und «Any Means Necessary» endgültig in Ekstase.
Mit erstaunlich viel Druck, jeder Menge Spielfreude und auch Humor wurde der Auftritt zu einem veritablen Heimspiel. So liess Sänger Joacim Cans verlauten, dass er im Hotel in einer Bibel las und dort entnahm, dass Gitarrist Pontus Norgren besser als Yngwie Malmsteen sei (Anmerkung Tinu: Na na na, jetzt die Pferde aber mal schön im Stall lassen, auch wenn ich Pontius äusserst schätze!). Er sei der deutschen Sprache aber nicht mächtig…, und beim Mitsing-Spielchen vor «Let The Hammer Fall» klärte er auf, dass der Name der Band auf dem Backdrop stehe, ehe er zur Belustigung aller bemerkte, dass diesmal das Logo fehlte! Richtig ergreifend wurde es bei «Glory To The Brave». Nicola, die Frau des leider viel zu früh verstorbenen Kaufi (Metalinside), hielt währenddessen ein Bild von ihm hoch und dementsprechend flossen die Tränen bei ihr.
Den Kloss im Hals musste man erstmal wegspülen…, und ich glaube, Kaufi war da ganz nahe bei seiner Liebsten mit dabei. Zugegeben, es fällt mir bei meiner favorisierten Metal-Band manchmal schwer, objektiv zu bleiben. Wenn es denn einen Kritikpunkt geben sollte, dann den, dass man mit einer Spielzeit von neunzig Minuten etwas gar dürftig unterwegs war. Bedenkt man, wie viele unsterbliche Hymnen dem Rotstift zum Opfer fielen, hätte man gerne noch ein halbes Stündchen mehr genossen. Die etwas gar lange Umbaupause liesse sich doch mit drei, vier Songs gut füllen. Doch es gibt ja genügend Bands, welche es auch nicht auf mehr bringen, und es ändert nichts an der Tatsache, dass es der erwartet starke Auftritt war. Sowohl die ultrastarken Tailgunner wie auch HammerFall haben für ein erstes, livehaftiges Ausrufezeichen im neuen Jahr gesorgt! (rön)
Setliste: «Avenge The Fallen» - «Heeding The Call» -
«Any Means Necessary» - «Hammer Of Dawn» - «Last Man Standing» - «Fury Of The
Wild» - «Chapter V: The Medley» - «Let The Hammer Fall» - «Glory To The Brave»
- «The End Justifies» - «We Make Sweden Rock» - «Hail To The King» - «Hearts On
Fire»
Tailgunner




































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