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Lamb Of God - Wrath



Release Info: 2009 - Epic - Full Length
Band Info: USA - 1999 - Death Metal
Bewertung: 7


Songs:

1. The Passing
2. In Your Words
3. Set To Fail
4. Contractor
5. Fake Messiah
6. Grace
7. Broken Hands
8. Dead Seeds
9. Everything To Nothing
10. Choke Sermon
11. Reclamation

Ist das eine verpasste Chance für jedermanns Lieblings-Metal-Band? Gut möglich. Es ist kein Geheimnis, was diese Jungs draufhaben: riffbetonter, grooviger Metal vom Feinsten, irgendwo zwischen messerscharfem Slayer-Gesang und Gitarren-Spektakel à la Pantera. Und hier beherrschen sie ihren bewährten Stil so flüssig wie nie zuvor. Ihre Finger gleiten über die Gitarren mit mehr Geschmeidigkeit und Präzision als je zuvor. Die Band ist bekannt für ihre Vorliebe für die Südstaaten-Identität, und in diesem Sinne ziehen sie jetzt verdammt schnell ihre Waffen, würde ich sagen. Yeeha. Oder so ähnlich.

Das Album profitiert außerdem von der ausgewogenen Produktion, die seit „Ashes“ zu ihrem Markenzeichen geworden ist: aggressive, nur dezent verstärkte Gitarren mit einem trockenen und prägnanten Schlagzeugsound – knackige Snares und harte Toms. Zu den besseren Stücken zählen das inspirierte und entschlossene „Broken Hands“ oder das ungemein eingängige „Fake Messiah“ , und zumindest die erste Hälfte des Albums bietet einen gelungenen Ausflug in die Welt der flüssigen Gitarrenriffs. Das Problem liegt

jedoch darin : Obwohl die Riffs überzeugen und das Songwriting insgesamt eine spürbare Reife aufweist – die Stücke sind in sich abgeschlossen, mit klarem Anfang und Ende sowie einer ausgeprägten Identität –, hat die Band eine entscheidende Dimension ihres Sounds eingebüßt. Diese Dimension war insbesondere auf den beiden Vorgängeralben „Ashes“ und „Sacrament“ präsent. Die Songs dieser Alben strotzten nur so vor Charakter. Sie hatten etwas Düsteres und Unheilvolles an sich, durchdrungen von einer epischen Atmosphäre, die sie unwiderstehlich machte. Sie griffen auf die Riffarchitektur von Slayer zurück und schufen ihre eigenen Variationen, ohne dabei zu plagiieren.

Die Riffs hatten etwas Wahnsinniges an sich: Man denke nur an das sogenannte „Kotz-Riff“ von „Hourglass“, die schneidende Schärfe von „Now You've Got Something to Die For“ oder das teuflische Outro von „Again We Rise“. Diese Songs besaßen eine Erhabenheit und eine mitreißende Energie, ganz anders als die bewusst bodenständige Art dieses Albums. Es hat lediglich die Grundstruktur, das Gerüst der LoG-Formel beibehalten, aber alles Überflüssige entfernt, was sie ausmachte. Übrig bleibt der pure Groove. Die Songs sind gut komponiert und das Niveau ist sicherlich immer noch ordentlich, aber sie besitzen nicht mehr diese ansteckende Persönlichkeit und diese schiere Wucht, die die Fans immer wieder zurückkommen ließ. „Ashes“ hatte für seine Fans unbestreitbar Suchtpotenzial. So gut waren die Riffs. Das Material hier ist zwar gut, wirkt aber weder überwältigend noch besonders kreativ oder experimentell. Es begnügt sich zu sehr damit, ein gewöhnlicher LoG-Songlieferant zu sein.Und außer einem stetigen Zuhören – das weder besonders langweilig noch aufregend ist – gibt es nicht viel, was man davon haben kann. (METAL ARCHIVES)


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