Bewertung: 8,5
1. Impending Doom
So ganz ohne Besetzungswechsel geht es wohl nicht bei den brasilianischen Ladys, welche auf ihrem sechsten Album mit der Bassistin Emmelie Herwegh ein neues Mitglied präsentieren. Bandgründerin Prika Amaral ist erneut hinter dem Mikro, auch wenn nicht wenige der Vorgängerin Diva Satanice nachtrauern. Diese war zwar klasse, ich finde aber Prika macht erneut einen tollen Job. Eines vorweg: Das Album ist schlichtweg ein Brett.
Schon beim ersten Durchlauf wird man von einer Welle aus unerbittlichen Riffattacken überrollt. Die Gitarren sägen sich mit einer Präzision durch die Gehörgänge, die keinen Zweifel daran lässt, dass hier Frauen am Werk sind, die ihre Instrumente als Waffen verstehen. Die Produktion ist druckvoll und lässt die peitschenden Drums noch mächtiger erscheinen.
Ein absolutes Highlight der Platte ist ohne Frage der Übersong „Impending Doom“. Hier vereinen Nervosa alles, was sie ausmacht: rasendes Tempo, ein Refrain, der sich sofort einbrennt, und die Nervosa typische düstere Atmosphäre. Das ist Thrash Metal in Perfektion, der live zweifellos für kollektives Ausrasten sorgen wird.
Wenn man jedoch ein Haar in der Suppe suchen will, dann bei der Beständigkeit über die volle Distanz. Im direkten Vergleich zum bärenstarken „Jailbreak» weist „Slave Machine“ nicht ganz die Hitdichte wie der Vorgänger auf. Während man beim letzten Mal fast jeden Track als Single hätte auskoppeln können, schleichen sich hier im Mittelteil ein paar Nummern ein, die zwar technisch brillant, aber etwas weniger zwingend sind.
Nervosa liefern mit „Slave Machine“
ein knallhartes Statement ab. Wer auf kompromisslosen Thrash ‘n’ Death ohne
Schnörkel steht, kommt an diesem Album nicht vorbei. Auch wenn der Vorgänger
einen Tick mehr Ohrwurmpotenzial bot, bleibt diese Scheibe ein brutaler Beleg
für die grandiosen Fähigkeiten der Band.


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