Alphabet

Forlorn Citadel - An Oath Undone



Release Info: 2026 - Northern Silence - Full Length
Band Info: Australien - 2017 - Black Metal
Bewertung: 8


Songs:

1. Ironclad
2. Ascend Into The Mist
3. The Return
4. Torchlit Granite Leads The Way
5. Rusted Steel (An Oath Undone)

Sechs Jahre nach dem beachteten Debüt Ashen Dirge of Kingslain meldet sich das australische Ein-Mann-Projekt Forlorn Citadel mit seinem Zweitwerk An Oath Undone zurück. Multiinstrumentalist Solace liefert hier kein Album ab, das den schnellen, harten Kick sucht. Vielmehr ist es eine meditative, fast 50-minütige Reise in eine verfallene, epische High-Fantasy-Welt, die stark von den Soundlandschaften der 90er-Jahre und Bands wie Summoning oder Caladan Brood inspiriert ist. Wo das Vorgängerwerk noch wie der heroische Aufbau eines Imperiums wirkte, klingt An Oath Undone wie dessen unvermeidlicher, melancholischer Kollaps. Das Album besteht aus fünf epischen, ausladenden Tracks, die sich die nötige Zeit nehmen, um eine dichte Erzählung aufzubauen.

Die Produktion ist bewusst mit einem nostalgischen Lo-Fi-Schleier belegt, der perfekt zu den behandelten Themen wie alten Ruinen, gebrochenen Schwüren und vergessener Geschichte passt. Solace setzt hier auf ein cleveres Wechselspiel: Die Gitarren liefern eiskalte, klirrende Tremolo-Riffs und paaren sich mit rituell hämmernden, majestätischen Drums. Das wahre Fundament bilden jedoch die analogen, warmen Synthesizer-Wände, die direkt aus der goldenen Ära des Dungeon Synth stammen könnten.Der Opener beginnt mit einem mystischen Synth-Intro, bevor roher Black Metal und krächzende, geisterhafte Schreie einsetzen. Ein perfekter Einstieg, der sofort Bilder von nebligen, uneinnehmbaren Festungen im Kopf entstehen lässt. Ascend into the Mist: Dieses Stück schraubt das Tempo merklich herunter. Es lebt von einer fast schon wehmütigen Melodie und zeigt, wie geschickt Solace dramaturgische Akzente setzen kann, ohne die Songs mit zu vielen Tonspuren zu überladen. The Return: Ein rein instrumentales Intermezzo, das als tief verbeugende Hommage an klassischen, mittelalterlich angehauchten Dungeon Synth funktioniert. Torchlit Granite Leads the Way: Hier dominieren schwere Perkussion und hallenüberlagertes Riffing. Der Song wirkt wie ein marschartiger Soundtrack zu einer Reise durch finstere, uralte Landschaften. Rusted Steel (An Oath Undone): Das große Finale vergräbt die epischen Elemente unter einer spürbaren Schicht klanglichen Schmutzes. Es verkörpert das Kernthema des Albums perfekt: Die totale Erosion von Hoffnung und die Last gebrochener Versprechen. An Oath Undone erfindet das Rad des epischen Atmospheric Black Metal nicht neu und will es auch gar nicht. Die Stärke des Albums liegt in seiner absoluten Hingabe an die Atmosphäre und seiner bewussten Zurückhaltung. Es ist einnehmend, nostalgisch und erstaunlich klaustrophobisch zugleich. Für Fans, die epische Geschichten über Krieger, verlassene Burgen und High-Fantasy-Misere schätzen, ist dieses Album ein absolutes Highlight.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Popular Posts