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Live: Warlord in der Musigburg


Warlord - Distant Past
Sonntag 24.05.2026 - Muisgburg, Aarburg


An diesem Pfingstsonntag fand in der Musigburg in Aarburg etwas historisches statt. Zum ersten Mal überhaupt spielten WARLORD in der Schweiz. Diesem Ruf folgten nicht annähernd so viele Fans wie bei Riot V zuvor in der gleichen Location. Dafür gab es natürlich Gründe. Die vielen Besetzungswechsel haben den Amerikern nie gut getan und seit dem Tod von Bandgründer und Songwriter William J Tsamis ist Drummer Mark Zonder das einzig verbliebene Gründungsmitglied.

Dann wären da die Turbulenzen um eben genau diesen Schlagzeuger. Man wurde vom Rock Hard Festival ausgeladen, weil sich Mark in sozialen Netzwerken als Pro Trump geoutet hat. Riot und Vicious Rumors haben ja in letzter Zeit mit ähnlichen Vorwürfen betreffend ihrer Drummer leben müssen. Nein, ich werde und will hier auch gar keine politische Diskussion auslösen. Allerdings reichte mir eigentlich ein Blick auf die multikulturelle Band an diesem Abend. Warlord vereinen nämlich mittlerweile Mitglieder aus Griechenland, Neuseeland, Brasilien, Italien, Ecuador und den USA.

Distant Past

Es ist schon eine Weile her, dass ich die Gürbetaler live gesehen hab. Das war damals im Vorprogramm von Jag Panzer in derselben Location. Seitdem ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Bandgründer Adriano Troiano hat nämlich einmal durchgewischt und die komplette Belegschaft ausgetauscht (oder austauschen müssen…). Auf jeden Fall machte sich dies auf der Bühne mehr als nur bemerkbar. Als Vorband hatte man eine ansehnliche Dekoration zu bieten. Einzig, dass Schlagzeuger Vic in eine dunkle Ecke gedrängt werden musste, war etwas schade, logistisch aber wohl nicht anders zu lösen. Das Thema Endzeit wurde auch vom neuen Sänger Dexter Mayhem aufgenommen und mit kleinen Gimmicks immer wieder zelebriert.

Es dauerte zwar einen Moment bis das etwas zögerliche Publikum aufwachte, aber die Stimmung wurde tatsächlich immer besser. Erstaunlich war die Performance des erst 17 jährigen Gitarristen ‘Iron Eiden’ (ehm, ja…), der über ein fantastisches Können verfügt und für sein Alter erstaunlich abgezockt wirkte. Im Gespräch nach dem Konzert verrieten mir Sänger Dexter und Bassist Adriano, dass man immer noch etwas auf der Suche ist. Welches sind die Songs, die ankommen? Was kann auf der Bühne verändert werden? Natürlich kann dieses Konzept noch verfeinert werden, doch ich finde, dass dieses apokalyptische Auftreten perfekt zu Distant Past passt. Ob es allerdings wirklich als Vorband ein Schlagzeugsolo braucht, darüber lässt sich wunderbar streiten. Ich war auf jeden Fall positiv vom Auftritt der Band überrascht und freue mich zu sehen, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

Setlist: «Speed Dealer» - «Warriors Of The Wasteland» - «The Power Of Evil» - «Fugitive Of Tomorrow» - «Staring At The Stars» - «Sacrifice» - «I Am Omega» - «Rise Above Fear» - «Drumsolo» - «Kill The Dragon»

Warlord

Dann war es endlich soweit. Der erste Auftritt in der Schweiz wurde mit «Lucifers Hammer» standesgemäss eingeläutet. Wer es sich leisten kann, einen solchen Göttersong gleich zu Beginn zu verbraten, der hat einiges richtig gemacht. Die Tour selber läuft übrigens unter dem Banner «Deliver Us», was wiederum bedeutet, dass selbstverständlich alle sechs Songs der EP zu Live- Ehren kamen. Doch auch das 2002er Album «Rising Out Of The Ashes» wurde nicht vernachlässigt. Damals war ja Hammerfall Sänger Joacim Cans am Mikro, weshalb ich natürlich mehr als erfreut war, dass man «Battle Of The Living Dead» oder das sensationelle «Winds Of Thor» heute ebenfalls in der Setliste unterbrachte.

Mit Sänger Gilles Lavery und Keyboarder Jimmy Waldo hat man ja auch zwei Alcatrazz Mitglieder im Line Up und die musikalische Klasse der beiden Protagonisten ist unbestritten. Gilles zeigte an diesem heissen Mai-Abend sein ganzes Können und brachte die Musigburg nach und nach zum Kochen. Es ist eigentlich erstaunlich, dass diese ‘zusammengewürfelte’ Truppe als Banddermassen abliefern konnte. Ich war einigermassen erstaunt, als mir Herr Köbeli nach dem Konzert auf die Spielzeit von rund 75-80 Minuten hinwies. Für mich fühlte es sich nicht so kurz an.

16 Songs wurden gespielt, ohne Solos und ohne unnötig langen Ansagen. Insofern fand ich die Spielzeit absolut okay. Auch auf die üblichen – ‘wir gehen jetzt von der Bühne und wenn ihr laut schreit kommen wir wieder’ – Zugabe Spielchen wurde verzichtet. Ohne Unterbruch fand das Konzert mit den unverzichtbaren «Deliver Us» und «Child Of The Damned» ein würdiges Ende. Trotz der angesprochenen Besetzungswechsel der vergangenen Jahre bewiesen Warlord Spielfreude pur und transportierten den Geist des 80er-Jahre-Undergrounds ins Hier und Jetzt. Ein wahrlich magischer Abend für jeden Old-School-Fan, der einmal mehr gezeigt hat, warum diese Band bis heute absoluten Kultstatus genießt.

Setlist: «Lucifers Hammer» - «Invaders» - «Battle Of The Living Dead» - «Kill Zone» - «City Walls Of Troy» - «Winds Of Thor» - «Lost And Lonely» - «Aliens» - «Mrs. Victoria» - «Penny For A Poor Man» - «War In Heaven» - «Black Mass» - «70'000 Sorrows» - «Winter Tears» - «Deliver Us» - «Child Of The Damned»

Distant Past



















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