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Tylangir - Där Totutanz



Release Info: 2026 - Päglutte - Full Length
Band Info: Schweiz - 2018 - Viking Metal
Bewertung: 9,5


Songs:

1. Alpsägu
2. Där Totutanz
3. Där Wolfsritt
4. Johanneli Fii
5. Där Lämmärgeiär
6. D Lindwurmheeli...
7. Där Nattruflüäch
8. Petrichor
9. Odem
10. Äs Het Nu Afa Firchtu...
11. Z Värloru Tälli

Die Walliser Folk Metal Band Tylangir holt mit ihrem zweiten Album zum grossen Schlag aus. Die Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit bildet das zentrale Konzept des Albums und durchzieht jeden Song wie ein roter Faden. Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis des Menschen zur Natur. Die Lyrics sind aber nur eine Stärke, die Tylangir auf CD gebrannt haben. 

Die Texte werden alle in ‘Walliserdiitsch’ gesungen und wer wie ich das Gefühl hat, man versteht diesen Dialekt problemlos, der wird schnell merken, dass man sich getäuscht hat. Oder wisst ihr was ‘Triibuul’, ‘Zmutt’, ‘Giättini’ oder ‘Mättultini’ bedeutet? Das mag zwar den Nachteil haben, dass man die Texte nicht in Gänze versteht, ist aber unglaublich authentisch. Auch, dass man nicht davon zurückschreckt, Jodelpassagen in manche Songs einzubauen, mag auf den ersten Blick abschreckend wirken. Aber es passt wunderbar zum Sound auf dem Album. 

Musikalisch nimmt die Harfe einen wichtigen Teil ein. Sie trägt die Songs und verleiht Ihnen eine melancholische, manchmal auch tieftraurige Stimmung. Daneben kommen Instrumente wie Flöten, Bouzouki oder das Walliser Hackbrett zum Einsatz. In Verbindung zu den Growls von Sänger Lukas, ergibt das ein wunderbares Klangbild. Die Stimmung ändert dabei phasenweise von wilden Black Metal Ausbrüchen bis hin zu ruhigen, stimmungsvollen Parts. 

Die Highlights sind dabei alles andere als rar gesät. Der Opener und Titeltrack fräst sich mit seinen prägnanten Riffs sofort ins Herz und der Song zeigt eindrücklich auf, was den Hörer erwartet. Abwechslung pur, starker Gesang und der Einsatz von Folk Instrumenten, die hier nicht deplatziert wirken, sondern den Songs diese melancholische Aura verleihen. Zu «Johanneli Fi» hat die Band auch ein mehr als gelungenes Video gedreht. Der Song handelt von einer Wirtin, welche ihren Gästen Wasser in den Wein serviert hat und als Strafe fortan im kalten Wasser leben muss. Ein schlichtweg fantastischer Song, der einen nicht mehr loslässt. Das ‘fröhliche’ «Där Nattruflüäch», das über achtminütige Epos «Odem» (in dem sich die Band mit dem Sterben und dem Leben danach beschäftig) und das abschliessende «Z Värloru Tälli» sind weitere Highlights dieses bockstarken Werkes. 

Der letzte Song ist ein besonderes Beispiel, wie es Tylangir verstehen, Sagen und Geschichten mit aktuellen Themen zu verknüpfen. Bei dem Song kam mir jedenfalls sofort der Erdrutsch von Blatten in den Sinn und die generellen Probleme des Klimawandels. Dass ich diese Zeilen im heissesten Juni seit Messaufzeichnungen schreibe, passt dann leider ins Bild. 

Tylangir haben alle meine Erwartungen bei weitem übertroffen und haben ein Album am Start, dass seinesgleichen sucht. Hier stimmt alles: Konzept, Musik und Texte sind zu einem Gesamtkunstwerk verflochten, dass den Hörer in seinen Bann zieht. Das Album wächst von Durchgang zu Durchgang, gibt immer wieder neue Details preis und regt einem zum Nachdenken an. 

PS: Wer gedacht hat dass ich alle Walliser Wörter, welche ich eingangs erwähnt habe erkläre, sieht sich getäuscht. Das Album schreit nämlich nur danach, selber Recherchen zu unternehmen und sich tiefer mit den Texten auseinanderzusetzen. Na gut, mit ‘Giätjiini’ sind Pfützen oder Schlammlöcher gemeint. Nun wünsche ich viel Spass beim Hören und Erforschen dieses kleinen Meisterwerkes. 



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