Release Info: 2026 - AOP - Full Length
Songs:
1. Obduktion
2. Herbstwanderung
3. Knie Nieder
4. Im Wind
5. Stille Nacht
6. Fels
7. Leere
8. Beyond The North Waves
9. Another Brick In The Wall Pt. II
Ich stehe ja Logo Wechseln kritisch
gegenüber. Leider haben FINSTERFORST ihr altes Logo in den Mülleimer geworfen
und durch ein neues Markenzeichen ersetzt. Schade und meiner Meinung nach eine
klare Verschlechterung! Nun geht eine solche Änderung oft auch mit einem Stilwechsel
einher, insofern kann ich hier aber Entwarnung geben. Vielmehr ist «Still» eine
logische Weiterentwicklung des typischen Sounds der Schwarwälder.
Während viele Bands sich in den
letzten Jahren wieder auf kürzere Alben um die vierzig Minuten konzentrierten,
pfeifen Finsterforst auf diesen Trend und veröffentlichen ein 77 Minuten langes
Monument, welches erforscht werden will. Mit ihrem sechsten Album setzen
Finsterforst genau da an, wo ihre größten Stärken liegen: bei gewaltigen,
epischen Klangwänden, düsterer Schwarzwald-Atmosphäre mit mächtigen
Männerchören und einer unbarmherzigen metallischen Härte.
Der Titel täuscht dabei auf gewollte
Weise – denn von echter Stille ist dieses Epos meilenweit entfernt. Es ist
vielmehr die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, die in eine massive Welle aus
Folk- und Black-Metal-Gewittern mündet. Die
Gitarren sägen mit brutaler Präzision, während das Schlagzeug unerbittlich nach
vorne treibt. Gleichzeitig schaffen es die Schwarzwälder einmal mehr, durch
charakteristische Akkordeon-Melodien, erhabene Chöre und atmosphärische
Synthesizer eine tiefgreifende, fast schon mythische Stimmung zu weben.
Die Vorabsingle «Stille Nacht» bringt
die Trademarks der Band auf den Punkt. Ein gewaltiger Brocken, der trotz der
eisigen Schwarzwald-Düsternis mit erhabenen Melodien und epischer Songstruktur
mitreißt. „Im Wind“ zeigt die stürmische, rasende Seite der Truppe, während der
Mittelpunkt das 24-minütige «Leere» einige Durchgänge braucht, um die
Genialität des komplexen Songwriting zu erkennen. Mit Interpretationen von
Immortals „Beyond the North Waves“ und Pink Floyds „Another Brick in the Wall
Pt. II“ am Ende des Albums beweisen Finsterforst echtes Selbstbewusstsein und
drücken beiden Klassikern ihren ganz eigenen, tonnenschweren Stempel auf.
Auch wenn vielleicht ein Hit der
Sorte «Mach Dich Frei!», «Wut» oder «Zerfall»
fehlt zeigt «Still» Finsterforst in absoluter Höchstform. Es ist ein
kompromissloses, tonnenschweres und extrem atmosphärisches Metal-Album, das den
Hörer mit voller Wucht in seinen Bann zieht.


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