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Finsterforst - Still



Release Info: 2026 - AOP - Full Length
Band Info: Deutschland - 2004 - Viking Metal
Bewertung: 8,5  


Songs:

1. Obduktion
2. Herbstwanderung
3. Knie Nieder
4. Im Wind
5. Stille Nacht
6. Fels
7. Leere
8. Beyond The North Waves
9. Another Brick In The Wall Pt. II

Ich stehe ja Logo Wechseln kritisch gegenüber. Leider haben FINSTERFORST ihr altes Logo in den Mülleimer geworfen und durch ein neues Markenzeichen ersetzt. Schade und meiner Meinung nach eine klare Verschlechterung! Nun geht eine solche Änderung oft auch mit einem Stilwechsel einher, insofern kann ich hier aber Entwarnung geben. Vielmehr ist «Still» eine logische Weiterentwicklung des typischen Sounds der Schwarwälder.

Während viele Bands sich in den letzten Jahren wieder auf kürzere Alben um die vierzig Minuten konzentrierten, pfeifen Finsterforst auf diesen Trend und veröffentlichen ein 77 Minuten langes Monument, welches erforscht werden will. Mit ihrem sechsten Album setzen Finsterforst genau da an, wo ihre größten Stärken liegen: bei gewaltigen, epischen Klangwänden, düsterer Schwarzwald-Atmosphäre mit mächtigen Männerchören und einer unbarmherzigen metallischen Härte.

Der Titel täuscht dabei auf gewollte Weise – denn von echter Stille ist dieses Epos meilenweit entfernt. Es ist vielmehr die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, die in eine massive Welle aus Folk- und Black-Metal-Gewittern mündet.  Die Gitarren sägen mit brutaler Präzision, während das Schlagzeug unerbittlich nach vorne treibt. Gleichzeitig schaffen es die Schwarzwälder einmal mehr, durch charakteristische Akkordeon-Melodien, erhabene Chöre und atmosphärische Synthesizer eine tiefgreifende, fast schon mythische Stimmung zu weben.

Die Vorabsingle «Stille Nacht» bringt die Trademarks der Band auf den Punkt. Ein gewaltiger Brocken, der trotz der eisigen Schwarzwald-Düsternis mit erhabenen Melodien und epischer Songstruktur mitreißt. „Im Wind“ zeigt die stürmische, rasende Seite der Truppe, während der Mittelpunkt das 24-minütige «Leere» einige Durchgänge braucht, um die Genialität des komplexen Songwriting zu erkennen. Mit Interpretationen von Immortals „Beyond the North Waves“ und Pink Floyds „Another Brick in the Wall Pt. II“ am Ende des Albums beweisen Finsterforst echtes Selbstbewusstsein und drücken beiden Klassikern ihren ganz eigenen, tonnenschweren Stempel auf.

Auch wenn vielleicht ein Hit der Sorte «Mach Dich Frei!»,  «Wut» oder «Zerfall» fehlt zeigt «Still» Finsterforst in absoluter Höchstform. Es ist ein kompromissloses, tonnenschweres und extrem atmosphärisches Metal-Album, das den Hörer mit voller Wucht in seinen Bann zieht.

Finsterforst - Photo

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