Bewertung: 8,5
Mit „Curse of the Beast“ legen sie nun ein bärenstarkes, fünftes Album vor, das die alte Schule zelebriert, ohne verstaubt zu klingen. Reiner, ungeschminkter US-Metal mit Schmackes. «Curse of the Beast» ist genau das Album geworden, das sich Old-School-Maniacs erhofft haben. Ruthless pfeifen auf moderne Core-Trends, Samples oder klinisch glatte Trigger-Drums. Stattdessen regiert hier die pure, rohe Energie des klassischen Metal. Das Fundament ist im klassischen Midtempo gehalten, während das Gitarren-Duo Glen Paul und David Servantez ein Riff-Feuerwerk abbrennt, welches an die traditionellen Twin-Guitar-Attacken von Judas Priest oder Accept erinnern. Über allem thront Sammy DeJohn. Seine Reibeisenstimme hat im Laufe der Jahre nichts von ihrer Power verloren.
Das Album ist extrem homogen
aufgebaut und leistet sich über die gesamte Spielzeit keine nennenswerten
Durchhänger. Das atmosphärische Intro schürt wohlige Gruselstimmung, bevor der
Titeltrack mit voller Wucht losbricht. Ein stampfendes Werwolf-Epos mit einem
Refrain, der sich sofort im Hirn verankert.
«Berserker» ist ein schnörkelloser Nackenbrecher, der unmissverständlich
nach vorne prescht und live für ordentlich Bewegung im Moshpit sorgen
dürfte. Das balladesk beginnende «Blood
Coalition» weist feine Reminiszenzen an die New Wave of British Heavy Metal
(NWOBHM) auf, mündet aber in einem ‘thrashigen’ Refrain.
Zum Abschluss wagen sich Ruthless mit «Metal Gods» an das legendäre Judas-Priest-Original. Eine gelungene Hommage, die dem Klassiker gebührenden Respekt zollt, ihm aber durch den typischen Ruthless-Gitarrensound einen eigenen Anstrich verpasst. Ehrlicher geht es kaum, auch wenn Ruthless das Rad auf «Curse of the Beast» wahrlich nicht neu erfinden– aber das müssen sie auch gar nicht. Das Album ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung an den echten Metal der Achtziger, dargeboten mit der Abgeklärtheit einer Band, die weiss, wie man knackige Riffs und einprägsame Hooks schreibt. Wer auf schnörkellosen US-Metal mit ordentlich Dampf unter der Haube steht, wird an dieser Scheibe seine helle Freude haben.
PS: Schande über mich: Wie ich die
vorherige Scheibe «The Fallen» mit mickrigen sieben Punkten bewerten konnte,
ist mir mittlerweile ein Rätsel.


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