Nicht nur meteorologisch war es eine ziemliche Dürreperiode, auch in Sachen Albumveröffentlichungen erlebte die Szene die obligate Sommer-Trockenheit. Exumer läuten dafür den musikalischen Herbst mit einem Thrash-Sahnestück so richtig ein. Eigentlich unverständlich, dass die Hessen nach wie vor nicht in einem Atemzug mit Bands wie Destruction oder Sodom genannt werden. Auch seit ihrer Reunion 2008 haben EXUMER eigentlich immer abgeliefert. Eines sei schon gesagt: Die deutschen Thrash Veteranen melden sich nach längerer Wartezeit – der Vorgänger erschien 2019 – mit einem veritablen Paukenschlag zurück.
Der Titeltrack prescht ohne Umschweife als perfekter Opener nach vorne. Ein peitschendes Intro geht direkt in ein rasantes Bay-Area-Inspiriertes Riffing über. Mem Von Steins Shouts setzen sofort den aggressiven Grundton des Albums, während der eingängige Refrain Live-Moshpit-Garantie besitzt. Die beiden Nackenbrecher «Blinding Skies» und «Sin Bleeder» punkten mit messerscharfen Riffs und druckvollem Drumming. Das Highlight folgt dann mit «Eradication», welches geschickt mit dem Tempo spielt und einen mörderischen Groove an den Tag legt. Man sieht die verschwitzten Fans im Pit schon in seinen Gedanken.
Doch Exumer halten die Qualität auch auf in der zweiten Hälfte hoch. «Fractricide» und «Scorcher» dürften in kommenden Live Auftritten eigentlich nicht fehlen, dafür sind sie einfach zu stark. Die Produktion ist druckvoll, aber nicht künstlich aufgeblasen, was dem Album unglaublich gut zu Gesicht steht. Als Bonbon hat man sich noch an die Nasty Savage Nummer «Unchained Angel» gewagt, und auch hier kann ich keine Kritikpunkte finden. «Death Mask Messiah» ist ein kompromissloses Thrash-Manifest. Exumer erfinden das Rad zwar nicht neu, liefern aber ein handwerklich makelloses, hochenergetisches Album ab, das Alt-Fans begeistert und jüngeren Genre-Liebhabern zeigt, wie zeitloser deutscher Thrash Metal zu klingen hat.


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