Die Gründung von MARTYRIUM ist bereits ein Weilchen her, denn die Niederländer sind seit 1996 in der Szene, notabene mit einer Pause von 12 Jahren. Trotzdem sind drei Alben eine etwas gar magere Ausbeute, weshalb meine Unkenntnis was die Existenz der Band angeht, entschuldigt werden kann. Weshalb «Malevolent» für mich hingegen eine positive Überraschung ist, lest ihr in den folgenden Zeilen.
Martyrium liefern nämlich ein kompromissloses Werk ab, das die Grenzen zwischen deutlich schwarz angehauchtem Thrash Metal und martialischem Death Metal gekonnt auslotet. Das Album setzt auf eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die durch messerscharfe Riffs, treibendes Drumming und melodiöse Momente getragen wird. Die Produktion wirkt modern und druckvoll, ohne dabei die raue, böse Kälte zu verlieren, die ein solches Werk benötigt.
Schon beim Einstieg «Purification Through Fire» wird klar, dass die Band keine Gefangenen macht. Die Songstrukturen wechseln dynamisch zwischen rasenden Blastbeats, sägenden Gitarrenteppichen und schleppenden, tonnenschweren Mid-Tempo-Passagen. Die Vokals beim genialen «Resurrection From The Abyss» variieren spürbar zwischen tiefen, kehligen Death-Metal-Growls und fiesen Black-Metal-Screams, was dem Song eine erhebliche dramatische Tiefe verleiht. Ein Stilmittel, welches Sänger Jos Lemmen in der Folge noch öfter anwendet.
Dass man es sich erlauben kann mit «Desert
Of Chaos» einen der besten Songs ans Ende zu packen, sagt einiges aus, auch
wenn die zwei Songs davor nicht ganz die Klasse des restlichen Materials
bestätigen können. Ein böses, dichtes und starkes Werk der Niederländer.


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