Nach dem saustarken «Violent Creed Of Vengeance» hatte ich grosse
Erwartungen an das neue Werk von Smoulder. Umso schwieriger gestaltet sich für
mich der Zugang zu «Witch Wife In An Alien World». Die Kanadier schlagen
diesmal einen deutlich eigenwilligeren Weg ein und treiben ihre Vorliebe für
verschachtelte Arrangements, ungewöhnliche Melodieführungen und kauzige Klänge
noch weiter auf die Spitze. Der Epic-Metal- und Doom-Anteil ist zwar weiterhin
vorhanden, wird aber von zahlreichen anderen Einflüssen ergänzt. Das klingt auf
dem Papier durchaus spannend, erweist sich beim Hören allerdings als ziemlich
sperrige Angelegenheit. Dazu kommt der Gesang von Sarah Ann: Ihre ohnehin
gewöhnungsbedürftige Art zu singen wird stellenweise so exzentrisch eingesetzt,
dass ich Jeden verstehe, der mit Smoulder gar nichts anfangen kann.
Ganz ohne starke Momente kommt die Platte allerdings nicht aus. «Shadow
Of The Vulture» mit seinem stampfenden Rhythmus und dem mitreissenden Refrain gehört
für mich zu den gelungensten Stücken. Auch «Empathy's Wrath» zeigt auf, weshalb
Smoulder zu den interessanteren Vertretern des modernen Epic Metal zählen. «Their
Name Lives On» bringt wiederum die düstere und doomige Seite der Band ins
Spiel. Dazwischen gibt es jedoch immer wieder Songs, in denen sich die Band in
ihren eigenen Ideen zu verlieren scheint. Gerade «Water Wars» (ausgerechnet der
Opener) muss ich schon fast als Rohrkrepierer bezeichnen.
Ich bin nach mehreren Durchläufen weiterhin etwas hin- und hergerissen.
Einerseits mag ich die kauzige Art von Smoulder, andererseits muss ich
feststellen, dass «Witch Wife In An Alien World» im direkten Vergleich mit dem
Vorgänger deutlich zurückfällt. Ein anspruchsvolles, stellenweise
faszinierendes, aber auch ziemlich gewöhnungsbedürftiges Album, das mich trotz
einiger hervorragender Momente nicht vollständig überzeugen kann.

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