Temperance zeigen auf „Arcani“ erneut, dass sie den melodischen Power Metal weiterhin mit viel Gespür für grosse Melodien umsetzen können. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Gesang, der dem Album seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Die unterschiedlichen Stimmen von Sängerin Kristin Starkey und Visions Of Atlantis Barde Michele Guaitoli ergänzen sich wieder hervorragend und sorgen für reizvolle Kontraste zwischen sanften, gefühlvollen Momenten und kraftvollen Ausbrüchen. Gleichzeitig merkt man, dass Temperance inzwischen genau wissen, wie sie ihre Stärken wirkungsvoll einsetzen können.
Nicht jeder Titel entfaltet diesmal allerdings dieselbe Durchschlagskraft. Während einige Kompositionen mit packenden Refrains und gelungenen Melodiebögen überzeugen, bleiben andere eher im soliden Mittelfeld und benötigen mehrere Durchläufe, um sich einzuprägen. Die ganz grosse Dichte an Ohrwürmern, die frühere Veröffentlichungen ausgezeichnet hat, wird diesmal nicht durchgehend erreicht. Dennoch gibt es Stücke, die deutlich herausragen und den Charakter der Platte besonders gut auf den Punkt bringen. „The Tower: Lean Into Fear“ beeindruckt mit seiner kraftvollen Dramaturgie, während „The Devil: Sin, Sin, Sin“ durch seine eingängige Ausrichtung und die gelungene Verbindung von Härte und Melodie besticht.
Im Gesamtbild präsentiert sich „Arcani“ als abwechslungsreiches und
hochwertiges Album, das vor allem durch seine Gesangsleistung und die
sorgfältig ausgearbeiteten Arrangements punktet. Allerdings hätte eine etwas
straffere Songauswahl (55 Minuten Laufzeit) der Veröffentlichung gutgetan, denn
gegen Ende verliert sich die Spannung stellenweise.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen