Release Info: 2017 - Silver Lining - Full Length
Band Info: Kanada - 1984 - Thrash Metal
Bewertung: 7,5
Bewertung: 7,5
Songs:
1. Twisted Lobotomy
2. One To Kill
3. For The Demented
4. Pieces Of You
5. The Demon You Know
6. Phantom Asylum
7. Altering The Altar
8. The Way
9. Dark
10. Not All There
Die Zeiten, in denen man einem neuen ANNIHILATOR-Album so richtig entgegengefiebert hat, sind leider schon lange vorbei. Das letzte Album „Suicide Society“ stand zumindest für einen Neuanfang des Einzelunternehmers Jeff Waters und hatte Spielwitz, Ideen und eine sympathische Unverfrorenheit zu bieten. Nach dem Verlust seines langjährigen Partners Dave Padden hatte man als Rezensent ein Auge zugedrückt und Waters´ mutiges (!) und offenherziges „Ich benutze Drumcomputer-Software!“-Geständnis als Notlösung akzeptiert. Das Ergebnis war ja brauchbar, und ob die Fans des Kanadiers auf solche Details überhaupt Wert legen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Trotzdem ist eine plumpe Verlängerung dieses Konzepts absolut untauglich. Auf „For The Demented“ gibt es (wie auf dem letzten Iced-Earth-Dreher) „Drum-Arrangements“, die höchst peinlich und in meinen Augen auch nicht veröffentlichungswürdig sind. ´The Way´, eigentlich eine fluffige Danko-Jones-mäßige Punk´n´Roll-Nummer mit Live-Potenzial, klingt so erbärmlich, dass Waters damit nicht mal in der Rock-Hard-Demo-Ecke auftauchen dürfte. Bei allem Respekt für die astronomisch guten Gitarrenkünste des Kanadiers: Das muss nicht sein. Bei typischen ANNIHILATOR-Doublebass-Nummern wie ´One To Kill´, ´Altering The Altar´ oder ´Phantom Asylum´ fällt diese Technik nicht sonderlich ins Gewicht, aber so was wie Bandgefühl kommt selten auf, auch wenn sein Live-Bassist ausnahmsweise ein paar Spuren einspielen durfte. Zu den guten Seiten der Platte gehört hingegen der sehr gute Text zu Waters´ überwundener Alkoholsucht (´The Demon You Know´), während die stimmungsvollen Melodien in ´Pieces Of You´ zeigen, welches Potenzial der Gitarrist in einer „richtigen“ Band entfalten könnte. Ein zwiespältiges Album, das nur aufgrund der Weltklasse-Gitarren und einiger guter Songwriting-Ideen mit Ach und Krach aufs Urteil „knapp gut“ kommt. (ROCK HARD 7 / 10)


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