Band Info: England - 1973 - Hard Rock Bewertung: 7,5
Songs:
1. How About That 2. Stranger Than Fiction 3. Here Comes Trouble 4. This Could Be The One 5. Both Feet In The Water 6. Take This Town 7. What About You 8. Little Angel 9. Hold On To My Heart 10. Brokenhearted 11. My Only One
Bad Company liefern mal wieder pünktlich alle zwei Jahre ein neues Album der ungefähr gleichen Lieder ab. Dass hier keine klassischen Bad-Company-Titel mehr geliefert werden, sondern die Band eigentlich Mainstream-Company genannt werden müsste, sollte wohl ebenfalls auf der Hand liegen. Auch dass der Markt eigentlich von solcher Musik ziemlich übersättigt ist, genauso wie die obligatorische Frage „Trotzdem gut?“ mit „Natürlich“ beantwortet werden muss, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Ein Wort zum Sänger Brian Howe vorweg. Also, ich habe irgendwie einen Narren an diesem Mann gefressen. Ich kann mich an seiner klaren, hohen Stimme, die perfekt die Stimmung der leichten Pop-Rock-Hard-Rock-Lieder trifft, begeistern. Für eben jene Musikrichtung hat er auch ein Händchen für gute Kompositionen. Ja, Innovationen sind rar, aber das Gewohnte ist trotzdem schlicht schön. Selbst der Opener How about that?, der für sich genommen nun wirklich keine Offenbarung ist, hört sich nach mehrmaligem Hören recht nett an. Ebenso nett wie typisches „Mainstream-Company“-Futter wie Both Feet in the Water oder Take this Town, selbst wenn sich bei letzterem schon starke Abnutzungserscheinungen einstellen. Dafür sind die Schnulztitel in der letzten Hälfte der Platte recht gut gelungen. What about you?, Little Angel und Hold on to my Heart sind zwar allesamt recht ähnlich, besitzen aber trotzdem recht schmucke Melodien und werden konsequent musikalisch gut herübergebracht. Ebenso wie die harmonisierten Gesangslinien überzeugen, kann Mick Ralphs immer noch mit seiner singenden Gitarrenarbeit hierbei zeigen was er kann. Was kann die Band um Mittlerweile-Haupt-Songwriter denn nicht, abgesehen von Innovation, übermäßiger Kreativität oder mehr Abwechslung? Nun, die Lyrics. Die fallen wirklich komplett aus dem Rahmen. Oder auch nicht. Sie sind nämlich komplett simpel gehalten und jeder Leser von „Einfache englische Liebeslieder für Anfänger“ könnte diese in 5 Minuten hinklatschen. Selbst wenn man ihn dabei mit Death Metal die Ohren zukleistert. Selbst beim eigentlichen Akt der Paarung oder der vorherigen Anwerbung fallen dem geneigten Liebhaber wohl noch bessere Wege ein, seine Liebe zu gestehen als mit einer Überdosis „Baby, baby, baby“. Jungs, besorgt euch doch mal einen besseren Texter, ja? Davon abgesehen gibt es natürlich noch einige ganz stimmige Up-Tempo-Nummern, bei den man den wirklich belanglosen Closer My Only One gerne wieder vergisst. Brokenhearted hat eine bestechende Hook und eine durchgängig ausgefeilte, singend und klingende Gitarrenarbeit. Beim nächsten Mal auch gerne mal mit mehr Druck, besonders bei Titeln wie Stranger than Fiction, dass im Refrain ja wirklich ordentlich losrockt. Auch Here comes Trouble wird dank famosen Gitarreneinspielern und coolem Feeling nicht langweilig. Und die obligatorische Single-Powerballade klappt auch recht gut, namentlich This could be the One. Absolut nicht schlecht. Fazit: Mag der Markt auch an solchen einfach gestrickten Songs langsam übersättigt sein und mangelt es der ganzen Platte doch wirklich an Innovationen, so mag es dennoch den ein oder anderen Hörer geben, der sich an leichten, eingängigen Hooks und catchigen Melodielinien im lockeren Arena-Rock-Genre nicht satt hören kann. Und denen ist wohl diese Scheibe gewidmet, denn schlecht ist sie nicht. Mainstream halt, in guter Ausführung. Auch wenn viele Songs wohl nicht mehr aus der breiten Masse herausstechen und wenig erinnerungswürdig sind. Trotzdem gut? Ja.(AMAZON)
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