Release Info: 1994 - Massacre - Full Length
1. Heavens Throat
2. Transmigration
3. Only Once In A Lifetime
4. Shadows Of Mine
5. I Saw The Angels Fly
6. In My Hands
7. The Instruction
8. The Prophecy
9. Dreams
10. For Those Who Believe
Einen deutlichen Schritt nach vorne macht die Gruppe CREMATORY auf dem zweiten Opus: "...Just Dreaming" entfernt sich noch weiter als der Vorgänger "Transmigration" vom herkömmlichen Death Metal, nur noch der gruftige, totenstimmenähnliche Leadgesang wurde beibehalten. Ansonsten werden, eingerahmt von den Instrumentals 'Heaven's Throat' und 'For Those Who Believe', acht atmosphärisch dichte Düster-Stücke mit tanzenden Gitarrenriffs und schwelgenden Keyboards geboten, die einem die Wahl lassen, ob man zu ihrem Groove losbangt oder sie zurückgelehnt bei einem guten Spliff allein mit den Sinnen des Geistes auf sich einwirken lässt - obwohl selbst dabei der Körper automatisch mitwippt. CREMATORY tauchen den Hörer in emotionale Wechselbäder mittels melodischer Kaskaden, die auf einen zustürmen und sich in orgiastische Crescendi hineinstürzen, mittels oft einfacher Harmonien, die sich aus einer minimalistischen, simplifizierten Basis zu einem regelrechten Taumel steigern ('The Instruction'). Gelegentlich lugt ein Hauch Dream Theater hervor, eine Prise Paradise Lost findet sich ebenfalls, und insgesamt breitet sich eine düster-dunkle Gothic-Atmosphäre aus, die elegische Ergriffenheit kreiert. Textlich von Verkündungen aus dem Zwischenreich bestimmt, wo sich Engel und Dämonen begegnen, erkundet "...Just Dreaming" Sphären jenseits des üblichen Wahrnehmungsvermögens mit einer Flut von Bildern und Metaphern, Reflektionen und Assoziationen zu den ewigen Themen Leben und Tod. Ein dramatisch aufgebautes Album, das sich vom Opener 'Transmigration' über das mit deutschen Lyrics versehene 'Shadows Of Mine' (erstklassige Tanzflächennummer) und das doomige 'The Prophecy' in das epische 'Dreams' schwingt - ein von Synthie-Flackern à la Klaus Schulze (kennt den noch jemand?) eingeleitetes Werk, in dem sich schwebende Harmonien mit getragenen, aber nachdrücklich gespielten Gitarren und Schlagzeug-Parts, vereinen. Und dann das Outro: eine Keyboard-Nummer mit klassischem Piano, die plötzlich abbricht und einen nur mit dem Wunsch zurücklässt, noch mal von vorne zu beginnen mit dem Album und mit allem, was einem sonst noch wichtig erscheint. Ganz verträumte neun Punkte. (ROCK HARD 9 / 10)


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