1. Lost Cathedral
2. Live And Die
3. Motorcycle Loretta
4. Lyin'
5. Free Me
6. Second Chance
7. Greed Of Love
8. Cold Blooded Bitch
9. End Of The Road
10. Altough We're Fools
11. Wasted Prime
12. Hell Of A Night
13. If You Need Me
14. Standing On The Corner For Ya
Gewohnte Hausmannskost nach bewährtem Strickmuster, sprich: Bombast-Synthie-AOR aus dem Château de Beauvoir. Die CD startet gleich mit fetten Brat(pfannen)gitarren durch, aber nach ca. 15 Minuten erscheint es, als wollten die Amis immer den Schleudergang reinhauen, doch dann folgt unweigerlich der Schuß Weichspüler: die Softpop-Refrains. Es gibt sicherlich andere Rezepte, um einen Song im Hörerhirn festeisen zu lassen. 'Free Me' ist schön atmosphärisch, 'Greed Of Love' stellenweise frech aus dem "Dracula"-Soundtrack geklaut, und 'Hell Of A Night' kommt frisch und funkig rüber. Erinnert einen irgendwie an die alten 80er-Solo-Releases von Mastermind Beauvoir, der sich in der Vergangenheit bekanntlich mit solch illustren Herren wie Paulinchen Stanley und Desmond Child vergnügt hat. Kein Wunder also, daß einzelne Gitarrenhooks an die poppigeren Scheiben von Kiss erinnern (z.B. 'Live And Die'). Auf der Japan-Pressung befindet sich übrigens ein Bonustrack namens 'I Can Almost Taste It', dessen Drumbeat ziemlich dem von 'I Love It Loud' ähnelt. Alles in Butter, was die technischen Fähigkeiten des Vierers anbelangt: Sie sind versierte Studiocracks, und Jean verfügt über ein lupenreines, angenehmes Organ. Richtig aua sind dagegen die textlichen Delikatessen, die primär aus der Feder des Rock-Exoten stammen: so klischeehaft, daß du dir die Zuckerwatte aus dem Gehörgang kratzen mußt (Auszug: "...when you cry girl you won't be alone/ you'll look for me/ I'll be right there on the corner for you..."). Jean, komponieren sollste, statt an Straßenecken abzuhängen! Männer... Gegen Ende gehen den Herren Beauvoir, Lafferty (g.), Lopez (dr.) und Paige (b.) die Ideen aus, und der ganze Salat fällt furchtbar wimpig in sich zusammen. Man wippt zwar unkontrolliert mit dem Fuß, aber das kann einem auch bei den Gassenhauern von Dieter und Thomas passieren (so unangenehm diese Feststellung auch sein mag). Ich vermisse ganz einfach die Geschmacksvielfalt der ersten Releases. (ROCK HARD 6 / 10)


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