Bewertung: 9
1. Induction
2. Dethrone Tyranny
3. Heart Of The Unicorn
4. Heaven Or Hell
5. New World Order
6. Damn The Machine
7. Solid
8. Fire Below
9. Follow Me
10. Eagle
11. Lake Of Tears
Irgendwie scheinen die sich immer inflationärer und aggressiver in der Szene ausbreitenden Melodic-Speed-Kapellen den hanseatischen Genre-Pionieren extrem auf den Sack zu gehen. Wie sonst ist zu erklären, dass man den ohnehin meist überflüssigen Nachahmern mit „No World Order!" quasi den Teppich unter den Füßen wegzieht und musikalisch ´ne lange Nase dreht? Statt permanentem Hochgeschwindigkeitsgebolze - was auf „Somewhere Out In Space" zugegebenermaßen zur Perfektion gebracht wurde und nicht mehr zu steigern war - gibt´s diesmal von knackigen Grooves und mächtigen Riffs angeschobenen, klassisch tönenden Edelstahl zu beklatschen, wie ihn Priest Anfang der Achtziger nicht besser auf die Reihe bekommen haben. Songs wie der stampfende Kracher ´The Heart Of The Unicorn´, der krachende, äh, Stampfer ´Damn The Machine´, der famose Beinahe-Titeltrack ´New World Order´ oder ´Fire Below´ lassen nichts anbrennen, sind für GAMMA RAY-Verhältnisse simpel strukturiert und (nahezu) frei von jeglichem produktionstechnischem Bombast. Gut zu wissen und zu hören, dass die Jungs auch mal gradlinig und (relativ) schnörkellos abrocken können und dabei dennoch jede Menge Feuer unterm Arsch haben. Feurig sind auch die ebenfalls überwiegend traditionell gehaltenen Soli, die nurmehr peripher (Was ist das? Ein bekanntes schwäbisches Mini-Gedicht? - Red.) zweistimmig gehalten sind und einmal mehr beweisen, dass weniger oft mehr ist. (Noch ein „mehr" mehr, und wir hätten dir das Honorar für dieses Review glatt verdoppelt! - Red.) Ach ja: Wer befürchtet, dass ab sofort auf die liebgewonnenen Speedgranaten verzichtet werden muss, sei auf den Opener ´Dethrone Tyranny´ und das fetzige ´Solid´ verwiesen, die von einem cleveren Aufbau leben und zum ekstatischen Schädelzucken einladen. Das ergibt unterm Strich die bislang vielleicht einfachste, aber auch zugänglichste Scheibe der Band, die selbst Melodic Speed-Hassern und damit eigentlich jedem Metalfan zusagen dürfte. (ROCK HARD 9 / 10)


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