1. Be Quick Or Be Dead
2. From Here To Eternity
3. Can I Play With Madness
4. Wasting Love
5. Tail Gunner
6. The Evil That Men Do
7. Afraid To Shoot Strangers
8. Bring Your Daughter...To The Slaughter
9. Heaven Can Wait
10. The Clairvoyant
11. Fear Of The Dark
IRON MAIDEN sind nach dem Monsteralbum "Live After Death" von 1985 zum zweiten Mal live auf Scheibe erhältlich. 1993 denkt man großzügiger, also wurde das Vorhaben in zwei Veröffentlichungen aufgesplittet: Teil eins, "A Real Live One", beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der letzten vier Studioalben. Und genau dort sitzt auch der erste Kritikpunkt: die Songauswahl ist doch ein wenig enttäuschend ausgefallen. Während man von den beiden Klassikeralben "Somewhere In Time" und "Seventh Son..." gerade mal vier Nümmerchen zu hören bekommt ('Heaven Can Wait', 'The Clairvoyant', The Evil That Men Do', 'Can I Play With Madness'), werden die restlichen sieben Plätze von den Tracks der letzten Alben "Fear Of The Dark" und "No Prayer For The Dying" zugeparkt. Okay, über Geschmack läßt sich nicht streiten, aber das Fehlen von Kompositionen wie 'Infinite Dreams', 'Somewhere In Time', 'Seventh Son...', 'Wasted Years', 'Stranger In A Strange Land' oder der "Prayer"-Nummer 'Public Enemy Number One' fällt doch sehr stark ins Gewicht, zumal die CD mit knapp 59 Minuten Spielzeit auch nicht gerade überfüllt erscheint. Platz für mehr wäre sicherlich möglich gewesen. Wenn schon, wie Steve Harris im Booklet-Vorwort betont, die ausgewählten Tracks ein Dokument des "unserer Meinung nach besten Livematerials seit 1986 sein sollen (was nicht sein kann, da nicht eine einzige Aufnahme mit Adrian Smith dabei ist), muß man sich doch fragen, ob Songs wie 'Tailgunner' oder 'Bring Your Daughter To The Slaughter' auf dieser Platte eine herausragende Daseinsberechtigung haben. Es ehrt Maiden zwar, daß sie ihre Tapes nicht mehr spürbar nachbearbeitet haben, ihre sprichwörtliche Glaubwürdigkeit tritt in dieser Hinsicht wieder mal deutlich zutage - aber andererseits fällt auch auf, daß Steve Harris, zum ersten Mal alleinverantwortlich für Produktion und Mix, als Producer nicht die Qualitäten des souveränen Martin Birch mitbringt. Ähnlich wie schon auf dem Livevideo "Maiden England" ist der Sound auf Kosten von Fülle und Wuchtigkeit sehr trocken ausgefallen, was nicht zuletzt auch an den etwas unterrepräsentierten Gitarren liegt. Liest sich zwar ausgesprochen krittelig, aber was will man machen als alter Die-hard-Fan... Natürlich haben die Jungs ihr Feuer nicht verloren, spielen wie eh und je mit 110-prozentiger Power nach vorne und feiern mit den Fans in neun europäischen Städten (nur Helsinki genoß das Privileg, drei Tracks zu "liefern"), was das Zeug hält. Anders als "gut" kann man diese Scheibe nicht bezeichnen. Aber "gut" ist eben nicht "geil". Und da mir "A Real Live One" nicht annähernd so harte Kicks verpaßt hat wie seinerzeit "Live After Death", komme ich über 7,5 Points beim besten Willen nicht hinaus. (ROCK HARD 7,5 / 10)


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen