1. Girl Can't Help
2. Positive Touch
3. Suzanne
4. Be Good To Yourself
5. Once You Love Somebody
6. Happy To Give
7. Raised On Radio
8. I'll Be Allright Without You
9. It Could Have Been You
10. The Eyes Of A Woman
11. Why Can't This Night Go On Forever
Raised On Radio ist das 1986er Album von Journey. Es erschien 3 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum Frontiers. Für damalige Verhältnisse war das eine lange Zeit zwischen 2 Alben. In der Zwischenzeit gab es noch den Single-Hit Only The Young vom Vision Quest Soundtrack und Sänger Steve Perry war mit seiner Soloplatte Street Talk und der Single Oh Sherrie 1984 sehr erfolgreich. Gestärkt durch den Erfolg seines Solo-Albums hatte Perry mittlerweile die Kontrolle der Band vollkommen an sich gerissen (man schaue nur die VH 1 Behind The Music Doku) und fungierte auch noch als Produzent. Dazu mussten der Drummer und der Bassist die Band verlassen, wodurch Journey zu einem Trio plus ein paar Gastmusiker mutierte. Gitarrist Neil Schon trat zudem teilweise als Komponist hinter Perry und Keyboarder Jonathan Cain zurück und war nicht an allen Songs beteiligt. Das hört man deutlich. Das Album fängt schon mit der Midtemponummer Girl Can't Help It wenig verheißungsvoll an. Ein schlechter Song ist das nicht, aber als Eröffnung wäre Be Good To Yourself die bessere Wahl gewesen. Bis Lied 4 ist die Platte noch halbwegs hörbar. Hier versaut einem die poppige synthetische 80er-Produktion mit ihren kitschigen zuckrigen Keyboards aber auch schon einiges. Positive Touch ist eine eher soulige Nummer mit einem Motown-Rhythmus, die auch noch von Saxophon-Gedudel gekrönt wird. Suzanne klingt danach mehr nach Starships We Built This City als nach Journey. Als vierter Song kommt dann mit Be Good To Yourself neben Girl Can't Help It der einzige weitere Klassiker von diesem Album. Zumindest haben diese 4 Songs noch etwas Tempo. Danach wird es ganz finster. Der rockige Titelsong lässt noch auf den Rest des Albums hoffen. Diese Hoffnungen werden aber dann genauso abrupt begraben wie der Song auch abgewürgt wird. Man muss sich nur die Songtitel ansehen. Es folgt eine schlimme Ballade bzw. Midtempo-Nummer nach der anderen, wovon I'll Be Alright Without You vielleicht noch hörbar ist. Da kann man auch sofort zu Michael Bolton greifen, falls diesen noch jemand kennt. Wer hieran gefallen findet, sollte sich Raised On Radio zulegen. 6 Balladen/Midtempo-Songs sind mir bei insgesamt 11 Songs aber zu viel. Für meinen Geschmack hat Journey auf dem Album den falschen Weg eingeschlagen. In der zweiten Hälfte der 80er standen die Zeichen eigentlich in Richtung melodiöser Hardrock der Marke Journey und die Band hätte diesen Sound bestimmt auch in der Zukunft hinbekommen können. Zumindest konnten das Keyboarder Cain und Gitarrist Schon zusammen mit Sänger John Waite (Hit Missing You) mit der Band Bad English Ende der 80er eindrucksvoll beweisen. Das nächste Journey Album Trial By Fire sollte ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. Fazit: Mir ist Raised On Radio zu poppig und soft. Hier rockt so gut wie nichts. Gemessen an Departure, Escape und Frontiers ist das Album deutlich schwächer. Sogar die Balladen sind auf diesen 3 Alben stärker. Den klassischen Journey-Sound sucht man hier zum größten Teil vergeblich. Von daher sind nicht mehr als 2 Sterne in der Bewertung drin.(AMAZON)

:format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/A-128395-1624673823-5351.jpeg.jpg)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen