1. Victim Of Changes
2. The Ripper
3. Dreamer Deceiver
4. Deceiver
5. Prelude
6. Tyrant
7. Genocide
8. Epitaph
9. Island Of Domination
2. The Ripper
3. Dreamer Deceiver
4. Deceiver
5. Prelude
6. Tyrant
7. Genocide
8. Epitaph
9. Island Of Domination
„Sad Wings Of Destiny“ ist von Anfang an ein Passionsprojekt der Briten gewesen. Während sich am Schemel hinter dem Schlagzeug wieder das Besetzungskarussel drehte und einer der früheren Schlagzeuger der Band, Alan Moore, dort Platz genommen hat, arbeiteten JUDAS PRIEST sowohl am als auch für das Album. Denn mit einem knappen Budget von 2.000 Pfund ein Album aufzunehmen ist keine leichte Aufgabe, war es schon damals nicht. Das ist nämlich alles an Mittel gewesen, was ihr damaliges Label Gull Records für die Aufnahmen und die Produktion locker gemacht hat. Und so so sind die einzelnen Bandmitglieder einer ganzen Reihe von Nebentätigkeiten nachgegangen, um sich dieses Projekt zu finanzieren. Tatsächlich hat die Band sogar ihre komplette Ernährung im Interesse der Arbeiten an „Sad Wings Of Destiny“ umgestellt. Diese Leidenschaft hört man dem Album an nahezu jeder Ecke an. Schon der legendäre Opener „Victims Of Changes“ zeigt, dass hier etwas ganz besonderes vorliegt. Der Song legt eine beeindruckende Progressivität zu Tage, die Möglicherweise gar nicht mal von vornherein beabsichtigt gewesen sein mag, da die Band hier im Grunde zwei Songs, „Whiskey Woman“ aus der Al Atkins-Phase und „Red Light Woman“, den Halford aus seiner vorigen Band HIROSHIMA mitgebracht hat, zusammen geführt haben. Doch dank des umsichtigen Songwritings merkt man das dem Track nicht an. Diese Klasse hält die Band über das gesamte Album. So kommt „The Ripper“ mit der Extraportion Dramatik daher. Ebenso großartig ist der geradezu expressive Instrumentalpart, in dem beide Gitarren für ein atmosphärisches Intermezzo von geradezu symphonischer Beschaffenheit allein gelassen werden. Das Doppel „Dreamer Deceiver“ und „Deceiver“ funktioniert ähnlich gut wie „Victims Of Changes“ und hätte möglicherweise auch unter einem Song zusammengefasst sein können. Doch aufgrund der grundverschiedenen Natur beider Tracks ist es auch verständlich, warum hier keine Verwebung erfolgt ist. „Dreamer Deceiver“ ist diese große Ballade, in der Halford seine Fertigkeiten als unglaublich guter Falsett-Sänger beweist, während „Deceiver“ mit deutlicherer DEEP PURPLE-Schlagseite drauf los rockt, harmonisch aber definitiv zu „Dreamer Deceiver“ aufschließt und am Ende den Bogen zu diesem auch schließt. Nach einem leicht klassisch anmutenden „Prelude“ folgt mit „Tyrant“ dann der nächste geradliniger Rocker, auf den jedoch nicht so gekonnt hingearbeitet wird, wie das beim vorangegangenen Doppel der Fall ist. Und das ist vielleicht der eine Kritikpunkt, den sich „Sad Wings Of Destiny“ wirklich gefallen lassen muss: Es zieht diese enorme songschreiberische Ambition, die auf der ersten Hälfte des Albums zur Schau gestellt wird, in der zweiten Hälfte nicht mehr ganz so konsequent durch, wenngleich die Songs das qualitative Niveau per se locker halten. „Tyrant“ ist nämlich trotz allem ein klasse Track, bei dem JUDAS PRIEST wieder ihre frühen Einflüsse – vor allem BLACK SABBATH und eben DEEP PURPLE – offen zur Schau tragen. „Genocide“ schlägt in die gleiche Kerbe, rockt dabei aber etwas grooviger und weniger offensiv, dafür umso schwerer. Unterdessen geht das abschließende Doppel „Epitaph“ und „Island Of Domination“ wieder etwas fließender ineinander über. „Sad Wings Of Destiny“ bleibt trotz dieses einen Kritikpunktes jedoch ein großes Album, auf dem JUDAS PRIEST erstmals ihre enorme Klasse zur Schau stellen. Es ist natürlich ein stark durch die Siebziger beeinflusstes Werk und damit irgendwie wohl auch ein Produkt seiner Zeit. PRIEST mögen zu diesem Zeitpunkt noch nicht (bewusst) die Vorreiter-Rolle eingenommen haben, zumal hier wie eingangs erwähnt das einschlägige Image der Band noch nicht geprägt war und Halford überdies noch volles Haar hatte. Dennoch entwickelte sich „Sad Wings Of Destiny“ zu einem der ganz großen Klassiker nicht nur der Band, sondern des Heavy Metal insgesamt.(METAL.DE)
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