Release Info: 1977 - Columbia - Full Length
Band Info: England - 1969 - Heavy Metal
Bewertung: 8
Bewertung: 8
1. Sinner
2. Diamonds And Rust
3. Starbreaker
4. Last Rose Of Summer
5. Let Us Prey
6. Call For The Priest / Raw Deal
7. Here Come The Tears
8. Dissident Aggressor
2. Diamonds And Rust
3. Starbreaker
4. Last Rose Of Summer
5. Let Us Prey
6. Call For The Priest / Raw Deal
7. Here Come The Tears
8. Dissident Aggressor
Mit 'Last Rose Of Summer' haben die Jungs einen lyrischen Kuschelrock hingezaubert, der auch heute noch seinesgleichen sucht; metallisch glitzernd, und dabei doch so leicht und sanft dahingetupft wie ein Aquarell. Die Gitarre singt, Halford säuselt und croont, während Bass und Schlagzeug locker im Hintergrund dängeln. Nach diesen wunderschönen Rocksongs hebt das Album nun endgültig ab, indem es in seine zweite Phase übergeht. 'Let us prey' wird von einem pathethisch gesungenen »Call for the priest, I'm dying ...« eröffnet; danach geht es mit galoppierendem Schlagzeug, treibendem Bassspiel und episch geschmettertem Gesang ordentlich zur Sache. K.K. Downings orgelndes Gitarrenspiel ergänzt Halfords Gesangslinien vorzüglich, die beiden laufen hier zeitweilig parallel und sorgen damit für Erhabenheit sowie ein Gefühl des Über-den-Wolken-Schwebens, - welches von einem verzerrten Solo sogleich in eine wilde Jagd überführt wird! Das Schlagzeug bringt den Sound zum Schäumen, derweil der Bass für die nötige Kontinuität sorgt. Die vom Coverartwork vermittelte Weite zieht sich übrigens als ozeanisch blaugrüner Faden durchs gesamte Album. Leider gibt es hier nicht auch die Rückseite der Plattenhülle zu bewundern; nämliches ist um so mehr schade, als die psychedelische Wirkung des nun folgenden 'Call For The Priest / Raw Deal' hervorragend illustriert wurde von den dort abgebildeten, durch Erosion völlig zerklüfteten und zu einem flachen Etwas abgetragenen, dunkelgrauen Felsbänken inmitten einer ebenso unbewegten wie diffus giftgrünen Meeresoberfläche, mit dem ausgebleichten, aus leeren Augenhöhlen und mit starrem Blick zahnlos gen Himmel schauenden Schädel im Vordergrund. Dieser von schwefeldunstigen Soli und zahlreich variierten, stampfenden Rhythmen durchsetzte, extrem spannungsreich, fordernd und langatmig in Szene gesetzte Sechsminüter zählt zum Progressivsten, was die britischen Stahlarbeiter jemals abgeliefert haben. 'Here Come The Tears' lässt es dagegen richtiggehend entspannt angehen: mit halbakustischer Gitarre, Piano und melancholischem Gesang. Doch PRIEST wären nicht PRIEST, käme es nicht auch hier wieder zu einer gewaltigen Steigerung; und so führen Halfords Stimme und Downings melodiös chrom-ummantelte Gitarrenarbeit den Hörer schon bald in den nächsten Gleitflug gen wolkenverhangenen Himmel und in die sich dahinter verbergende, bassdräuend doomige Ungewissheit. Einen Prototyp des auf späteren Alben wie "Stained Class" zur Blüte gebrachten PRIEST-Sounds gibt es aber erst mit 'Dissident Aggressor' zu hören, einem wuchtig treibenden Werk von durchweg aggressiver Dynamik; als flink heruntergespieltes Finale bietet es einen gelungenen Abschluss für dieses ansonsten eher gediegene Meisterwerk.(POWERMETAL.DE)


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen