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Kiss - Hotter Than Hell



Release Info: 1974 - Casablanca - Full Length
Band Info: USA - 1973 - Hard Rock
Bewertung: 7


Songs:

1. Got To Choosse
2. Parasite
3. Goin' Blind
4. Hotter Than Hell
5 Let Me Go, Rock 'n' Roll
6. All The Way
7. Watchin' You
8. Mainline
9. Comin' Home
10. Strange Ways

Eilig wurde noch im Sommer des Jahres 1974, in dem bereits das Debüt "Kiss" erschienen war, ein Nachfolger produziert. Zwar hatte sich der Kiss-Erstling mit rund 70 000 abgesetzten Exemplaren nicht als Megaflop entpuppt, aber um die immensen Kosten zu decken, die u.a. die aufwändigen Bühnenshows verschlangen, musste dringend ein weiteres Album her. (Wohl lagen auch die eigenen, sehr hoch angelegten, Ansprüche weit höher, was Plattenverkaufszahlen anbelangt). Gesagt, getan! Für die Aufnahmen vorliegenden Werks beordete das Management Stanley und Co. nach Los Angeles, also ans andere Ende der USA. Man wollte die New Yorker stets im Blick haben und sichergehen, dass die Aufnahmen (die ja auch Geld kosteten) möglichst rasch und reibungslos vonstatten gingen. Für Ace "Spaceman" Frehley, der schon damals gerne zur Flasche griff, erwies sich dieser angeordnete Umzug jedoch als fatal. Laut eigener Angaben empfand er die Sessions (in der Regel 10 Stunden täglich) nun wirklich als nüchternen Job und fühlte sich unter Druck gesetzt. Infolgedessen trank er noch mehr und baute sogar einen Autounfall (der aber verhältnismäßig glimpflich ausging). Binnen 3 Wochen war "Hotter Than Hell" - so der Titel der 2. KISS-LP - auf Band, nicht zuletzt auch, weil man ein paar Stücke, die es einst nicht aufs Debüt geschafft hatten (meiner Meinung nach zurecht) mit auf die Scheibe packte. Das Gesamtergebnis ruft unter Kiss-Fans nach wie vor gemischte Gefühle hervor, wobei ich mich zu jenen Leuten zählen würde, die dem Album grundsätzlich positiv zugetan sind. it dem hymnischen "Got To Choose", dem von Ace Frehley geschriebenen (und Gene Simmons gesungenen) "Parasite" mit seinem prägnat-schnittigen Riffs, der trocken-rauen (und schlüpfrigen) Rock-Halbballade "Goin' Blind" sowie dem eingängigen Titeltrack ist der Anfang (also fast die gesamte A-Seite) mehr als vielversprechend und könnte Teil des besten Kiss-Albums aller Zeiten sein. Leider schwächelt "Hotter Than Hell" in weiterer Folge aber auch ein bisschen. Die B-Seite würde ich in Summe lediglich als mittelmäßig (aber für Fans freilich durchaus interessant) einstufen. Eigentlich gefällt mir hier nur das schwungvolle (zu oft übersehene) "Comin' Home" wirklich gut. Das hat aber nichts damit zu tun, dass etwa Drummer "Catman" Peter Criss gleich zwei Songs ("Mainline" und "Strange Ways") am zweiten Albumteil singt. Ich finde die Kompositionen schlichtweg nicht umwerfend. Obwohl "Hotter Than Hell", das ich etwa auf einem Level mit dem Debüt sehen würde (wobei ich das in Summe ein bisschen stimmiger und runder finde), also jetzt kein durchgängig perfektes Album sein mag, wundert mich die teils harsche Kritik seitens mancher Fans dennoch ein wenig. Mit 5 wirklich, wirklich starken Tracks und ohne Totalausfall gehört die Scheibe meines Erachtens auf jeden Fall zu den besseren Veröffentlichungen der Kult-Band. Dass man gar bekritelt, dass man es hier fast ausschließlich mit Midtempo-Rock-Songs zu tun hätte, verstehe ich gar nicht. Schließlich ist ja genau das die Stärke von Kiss, die größtenteils Midtempo-Rocker fabriziert haben - dabei nicht wenige von Weltformat, wohlgemerkt! Wenn ich fahrigen Trash-Metal oder speedigen Schrammel-Punk hören möchte, dann greife ich generell eher nicht zu einem Kiss-Album, würde ich mal meinen...Fazit: Der 2. Kiss-Longplayer "Hotter Than Hell" liegt, wie ich finde, nicht nur chronologisch gesehen zwischen seinem Vorgänger "Kiss" und dem nachfolgenden "Dressed To Kill". Ich würde das Album auch qualitativ gesehen zwischen seinen beiden Brüdern einordnen, wobei es für meinen Geschmack fast ans starke Debüt herankommt, das seinerseits in Summe jedoch eine Spur ausgewogener klingt. "Dressed To Kill" war hingegen noch nie mein Fall...(AMAZON)




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