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L.A. Guns - American Hardcore

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Release Info: 1996 - CMC - Full Length    
Band Info: USA - 1983 - Hard Rock
Bewertung: 4,5


Songs:

1. F.N.A.
2. What I've Become
3. Unnatural Act
4. Give
5. Don't Pray
6. Pissed
7. Mine
8. Kevorkian
9. Hey World
10. Next Generation
11. Hugs And Needles
12. I Am Alive

Nach dem Misserfolg von "Vicious Circle" brach das Bandgefüge der L.A. Guns endgültig auseinander, Phil Lewis betätigte sich mit seiner Band Filthy Lucre, Mick Cripps und Kelly Nickels verabschiedeten sich langsam komplett aus der öffentlichen Wahrnehmung. Beide waren bei der Reunion Ende der 90iger zwar wieder mit dabei, sollten sich aber wieder vornehmlich ihrem Privat-und Berufsleben widmen.

1996 setzte Tracii Guns den musikalisch härteren Kurs von "Vicious Circle" fort, verabschiedete sich aber größtenteils von der musikalischen Vergangenheit der Band. "American Hardcore" erschien Ende 1996 zwar unter dem Banner L.A. Guns, hat mit dem einstigen Sleaze-Rock der Sunset Strip-Rocker nicht mehr viel zu tun.

Für Bassist Kelly Nickels kam Johnny Crypt, den Posten des Shouters übernahm Boneyard-Sänger Chris Van Dahl, der hier meist eher so grölt und grunzt, als ob er hinter dem Mikro von Pantera stehen würde. Seiner Sache macht er diesbezüglich und insgesamt eigentlich ganz akzeptabel. Das Album besteht überwiegend aus von Punk, Hardcore und Grunge beeinflussten, etwas angepissten Alternative-/Nu-Metal-Stücken, in denen der einstige L.A. Guns-Sound ab-und-an nur noch ganz schattenhaft durchschimmert. Tracii Guns' Gitarre blitzt immer mal wieder auf, und lässt kurz an andere Zeiten denken, aber die Kompositionen "ruinieren" diesen Eindruck stante pede.

Das fast 9-minütige "I Am Alive" beinhaltet da ein tolles Tracii Guns-Gitarrensolo und ein paar gelungene Riffs, dasselbe gilt für das kurze "Next Generation", dessen Gitarrenmelodien und Riffs scheinbar ein wenig den künftigen Backyard Babies-Sound vorwegnahmen, ohne allerdings dessen Rotzigkeit zu erreichen. "Hugs And Needles" weist noch ein paar melodische und rotzige Sleaze-Anleihen auf, Chris Van Dahl singt auch etwas natürlicher, der Song steuert trotzdem ein bißchen planlos durch die Gegend. Abheben von der ganzen Alternative-/Nu-/Glam-/Grunge-Metal-Chose tut sich "Hey World", eine von Akustik-Gitarren getragene Ballade, die dezent "One Way Ticket" zitiert, und Elemente irischer Folkmusik beinhaltet. Mit einem derartigen Song hätte ich auf solch einem Album nicht gerechnet, trotzdem kann ich mit "Hey World" nicht allzuviel anfangen.

Ich denke, wenn man auf Rockmusik à la Pantera, Sepultura, C.O.C., Suicidal Tendencies, Bad Brains, Korn u.a. steht, könnte man vielleicht an "American Hardcore" Gefallen finden, aber selbst das möchte ich ein bißchen in Frage stellen, da die Kompositionen einfach nicht die Klasse und die Originalität der genannten Acts erreichen.
So unheimlich schlecht ist "American Hardcore" nicht, aber insgesamt wirken die Lieder auf mich überwiegend etwas willkürlich zusammengeschustert, ohne wirklich zündende Ideen. Ich denke, man hätte daraus noch viel mehr machen können. Der in den Keller gedrängte Sleazesound allein ist es nicht. Tracii Guns ist damit auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, was in den wenigsten Fällen gut geht. Ich konnte es mir mal anhören, und es ist ok, aber wirklich Gefallen gefunden habe ich daran nie. Unter dem Namen L.A. Guns erwartet man einfach auch etwas anderes. (AMAZON)





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