1. The Ocean
2. Welcome
3. Turns To Me
4. Morning Sun
5. Another Way
6. Blackjack Guillotine
7. Paragons Of Innocence
8. Complaint In The System (Veronica Guerin)
9. Underture
10. The Wake Of Magellan
11. Anymore
12. The Storm
13. The Hourglass
Der verrückte Haufen hat es mal wieder geschafft. Das Ergebnis neunmonatiger Arbeit: ein supermelodisches, abwechslungsreiches, hundertprozentig songorientiertes Kraftfutter-Opus, paßgenau ohne sichtbare Schweißnaht gefertigt. Das Orchester namens SAVATAGE steigt weiterhin von Album zu Album an der Spitze des Eisbergs in immer wieder neue Dimensionen ein. Es gibt nur wenige, von den Göttern handverlesene Bands, die es so perfekt beherrschen, ihren unverwechselbaren Stil konsequent durchzuziehen und sich dabei doch immer wieder spürbar zu verändern, den einen oder anderen unberechenbaren Schlenker inklusive. Größtes Plus: Die Jungs versuchen nie "zuviel", auch die 13 neuen Nummern wirken zu keiner Sekunde überladen, das Mosaik "The Wake Of Magellan" setzt sich aus vielen schlichten Bausteinen filigran zusammen. Dabei transportiert diese dritte Rockoper alles, was man von SAVATAGE 1997 in der Tradition von "Streets" über "Handful Of Rain" bis "Dead Winter Dead" erwarten konnte: Seelenwarme Oliva-Piano-Parts begleiten die Sava-typische Bombast-Power an allen Ecken und Enden, und die mit dem '93er Song 'Chance' geborenen, vielstimmigen Vocal-Arrangements werden im Titeltrack, einem coolen Groover, mit einer swingenden, anderthalbminütigen Demonstration spielerisch auf die Spitze getrieben. Besser geht's nicht! Dazu stößt die handwerklich ausgereifte Gitarrenarbeit des Duos Caffery/Pitrelli, mal mit der Säge ('Blackjack Guillotine'), mal mit sensiblen Leadfills oder furiosen Soli. Überraschendes wie das von Annihilator-ähnlichen Rhythmus-Sensen getriebene 'Complaint In The System' vermag ebenso mitzureißen wie das barocke Instrumental 'Underture' oder die von Jons Wahnwitz-Leadvocals veredelten 'Another Way' und 'Paragons Of Innocence'. Obwohl ich anfangs mehr als skeptisch unterwegs war - der Berg an Klassiker-Songs aus den letzten 15 Jahren warf zunächst einen schier übermächtigen Schatten -, hat das Material von "The Wake Of Magellan" meine Tür bei jedem Durchlauf ein Eckchen mehr eingetreten, bis der olle Magellan samt der rausgerissenen Zarge auf einmal mitten in der Bude stand. Auch wenn der eine oder andere jetzt "Hype!" schreit oder mich angesichts der 9,5 Punkte für meschugge erklärt: Die teils drastisch niedrigeren Noten der Soundchecker lassen mich kalt. Wer nicht will, der hat schon... (ROCK HARD 9,5 / 10)


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