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Status Quo - Back To Back




Release Info: 1983 - Vertigo - Full Length
Band Info: England - 1967 - Rock
Bewertung: 8


Songs:

1. A Mess Of Blues
2. Ol' Rage Blues
3. Can't Be Done
4. Too Close To The Ground
5. No Contract
6. Win Or Lose
7. Marguerita Time
8. Your Kind Of Love
9. Stay The Night
10. Going Down Town Tonight

"Back to Back", veröffentlicht 1983, ist das letzte Status-Quo-Album mit Gründungsmitglied und Bassist Alan Lancaster. Für eine Weile sah es sogar so aus, als ob es das letzte Quo-Album überhaupt sein sollte, denn die Band verkündete öffentlich, nicht mehr zu touren - und Francis Rossi hatte insgeheim bereits beschlossen, auch im Studio nicht mehr weitermachen zu wollen und sich stattdessen auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Auch wenn das Album erneut sehr erfolgreich war und mehrere Hits beinhaltete, hört man ihm die Verunsicherung der Gruppe an. Klanglich ist es aus einem Guss (mit einer Ausnahme), aber es fehlt an den wirklich guten Kompositionen. "A Mess of Blues" ist eine gute Coverversion, die aber ein paar Jahre früher deutlich rockiger geklungen hätte. "Ol' Rag Blues" hat noch weniger mit Blues zu tun und ist stattdessen ein sehr kommerzieller Poprocksong, der von Alan Lancaster ein wenig heavier angelegt war, als er letztlich (mit Rossi als Sänger) erschien (die rockigere Version mit Lancasters Gesang findet sich unter den Bonustracks). Bis hierhin hatte man durchaus noch versucht, die Band weiterhin für das Hardrock-Publikum zu vermarkten. Mit "Marguerita Time" war das alles aber vorbei, denn der schunkelige Schlager passte wirklich nicht mehr zum alten Image der Band und zeigte, dass sich Status Quo in eine ganz andere, seichtere Richtung entwickelten. Dabei ist der Song eingängig und wohl mittlerweile auch ein Klassiker, aber eben nicht wirklich gut für die Band. Die vielen Singles offenbarten also einen erschreckenden Trend zur Leichtgewichtigkeit, aber auch bei den Albumtracks findet sich wenig auf dem üblichen Quo-Niveau. Wirklich gelungen ist vor allem "Can't Be Done": eingängig, aber mit einem starken Shufflerhythmus unterlegt. Recht stark ist auch noch "Stay the Night"; "Win or Lose" ist zwar ebenfalls eingängig, klingt aber auch irgendwie nach Kinderlied. Das Team Parfitt/Bown zeichnet für zwei Songs verantwortlich: "No Contract" ist ein seltsamer, angestrengter Rocker. "Too Close to the Ground" ist eine in Ansätzen bluesige Ballade, die aber in ebendiesen Ansätzen stecken bleibt. Uninspiriert ist auch Alan Lancasters zweiter (und diesmal auch von ihm gesungener) Beitrag "Your Kind of Love". Das Schlimmste kommt aber zum Schluss: "Going Down Town Tonight" (geschrieben von einem Singer/Songwriter namens Guy Johnson) dürfte der schlechteste Song sein, der je unter dem Namen Status Quo veröffentlicht wurde. Nervig und billig, und erschreckend gehaltlos. Dass es sich wohl tatsächlich um ein Demo von Rossi handelt, auf dem außer dem Sänger kein Quo-Mitglied mitspielt, ist dabei nicht so überraschend wie die Tatsache, dass die anderen Bandmitglieder gegen diese Auswahl nichts tun konnten (obwohl laut Lancaster bessere Songs zur Verfügung gestanden hätten). Die längere Neueinspielung mit Gitarrensolo für die Singleveröffentlichung (Bonustrack) ist zwar marginal besser, aber der Song ist einfach insgesamt schlecht. Da es zum Album keine Tour gab und auf der ein Jahr später stattfindenden "Abschieds"-Tour ("End of the Road") keinerlei Songs der LP gespielt wurden, sind alle Bonustracks Studioaufnahmen. Zunächst gibt es die "Abschieds"-Single "The Wanderer" von 1984, für die Quo wieder zu Produzent Pip Williams zurückkehrten. Klanglich und musikalisch deutlich besser als z.B. "A Mess of Blues", aber dennoch ein bisschen zu leichtgewichtig für die Band (spätere Liveversionen haben deutlich mehr Schmiss). Von "A Mess of Blues" und "Ol' Rag Blues" gibt es jeweils eine Extended Version - nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich essentiell. Die Mixe klingen aber etwas rockiger als die Albumversionen.Der Springsteen-Song "Cadillac Ranch" wurde bei denselben Sessions wie "The Wanderer" aufgenommen. Eigentlich sollte/wollte die Band zu der Zeit noch ein Album aufnehmen, woraus aber dank der Spannungen zwischen Rossi und Lancaster nichts mehr wurde. Einige der dafür vorgesehenen Songs landeten wohl später auf "In the Army Now". Von Lancasters Songs, die er in Annahme, dass es weitere Quo-Alben geben würde, für die Band geschrieben hatte, ist hier nichts vertreten, auch nicht die mit Rick Parfitt entstandenen Demos "One of a Kind" (das anscheinend für "The Wanderer" als B-Seite vorgesehen war) und "Don't Throw Our Love Away". Leider fehlt auch ein Bonustrack der letzten Remaster-Ausgabe, der 1988 veröffentlichte "Sharon the Nag Mix" von "The Wanderer". Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde das 1985 auf einer 12"-Single veröffentlichte "Mystery Medley", das aus dem Konzert von Milton Keynes Bowl stammt. Beide Songs wurden vor Kurzem allerdings erst auf der 3-CD-Compilation "Whatever You Want - The Essential Status Quo" veröffentlicht. Immerhin wartet der gesamte 1984er Auftritt nach wie vor auf eine Veröffentlichung als CD und DVD! Der Rest der CD wurde mit Soloaufnahmen von Francis Rossi und seinem Songwriting-Partner Bernie Frost aufgefüllt, von denen fast alle bis dato nicht auf CD erhältlich waren. Das Album "Flying Debris" wurde zwar, genauso wie Rick Parfitts zur selben Zeit aufgenommenes Album "Recorded Delivery", 1985 nicht veröffentlicht, doch einige Songs erschienen als Singles ("Modern Romance" mit der B-Seite "I Wonder Why" und "Jealousy" mit den B-Seiten "Where Are You Now?" und "That's All Right"). Die Songs sind musikalisch nicht weit von dem entfernt, was Rossi und Frost zuvor für Quo geschrieben hatten, durch die weniger rockigen Arrangements klingen die Stücke allerdings noch mal deutlich stärker in ihrer Zeit verhaftet. Bei "I Wonder Why", "Jealousy" und "That's All Right" kann man sogar direkt vergleichen - wobei die ersten beiden Songs wohl auch in den Quo-Versionen mehr Rossi/Frost als echte Bandaufnahmen waren. "Where Are You Now?" wäre auf "Back to Back" sogar ein Highlight gewesen. Insgesamt sind fünf Songs der "Dolo"-Ära (der Begriff vermischt "duo" und "solo") vertreten, zwei davon ("Modern Romance" und "I Wonder Why") als längere und kürzere Version. Dazu kommt, chronologisch nicht ganz korrekt, Bernie Frosts 1974er Solosingle "The House" / "What Do You Want to Hear Today". Bei der A-Seite wirkten Francis Rossi und Ur-Quo-Drummer John Coghlan, außerdem Bassist Andy Pyle (laut anderen Quellen Quo-Bassist Lancaster) mit. Das bluesrockige "The House" ist dann auch der bessere Song und klingt Status Quo aus der Ära ziemlich ähnlich, "What Do You Want to Hear Today" ist dagegen eine recht schmusige Ballade. Ob man die Rossi/Frost-Songs mag, ist Geschmackssache, aber mir gefallen sie tatsächlich besser als so mancher Song, der es auf "Back to Back" geschafft hat (Stichwort "Going Down Town Tonight"). Man kann Rossi nicht absprechen, dass er ein Händchen für eingängige Popmelodien hat. Und vielleicht hätte er diese Ideen auch tatsächlich besser außerhalb der Band verwirklichen sollen, wie es ja auch z.B. Genesis praktizierten. Andererseits: Wenn ich mir die Nicht-Rossi-Songs auf "Back to Back" so anschaue, kann ich mir nicht recht vorstellen, dass das für die Band funktioniert hätte.(AMAZON)





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