1. The Other Side Of Midnight
2. Stay On Top
3. Lonely Nights
4. Sweet Talk
5. Love Is Blind
6. Roll Overture
7. Red Lights
8. Rollin 'the Rock
9. Straight Through The Heart
10. Weekend Warriors
2. Stay On Top
3. Lonely Nights
4. Sweet Talk
5. Love Is Blind
6. Roll Overture
7. Red Lights
8. Rollin 'the Rock
9. Straight Through The Heart
10. Weekend Warriors
Auf dieser Scheibe zog Mick Box nochmal gekonnt alle Register, das muss ich schon sagen, ist er doch eher ein limitierter Gitarrist, wie ich finde. Mit frischem Schwung bringt er die Mainstreamigen, allesamt sehr melodiösen Songs zum Besten und alle Mitstreiter ziehen ordentlich mit.Es gibt auf diesem Album kein einziges sperriges Stück, alles ist wohlfeil produziert und gespielt. Das tut auch mal ordentlich gut, entspannt mich, vor allem, wenn's auch noch hoch professionel abgeliefert wird. Wer sperrigere, verschachteltere, virtuosere Musik hören möchte kann sich ja woanders umschauen. Box sagte mal, dass er seine Motivation Peter Goalby zu verdanken habe, der ihn nach dem Niedergang der Band 1981, ein Jahr später nochmal aus seinem Frust herausholte und ihn ermunterte, nochmal etwas neues anzufangen. Da hat er dann gute Leute für sein Projekt gewonnen würde ich mal sagen. Ich hörte seinerzeit Red Lights unbekannterweise im Radio und dachte, jo, die haben aber mitreissende positive Energie, der Gesang ist top, Klasse arrangiert, ...die Gitarrenarbeit kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Jep und dann sagte der Radiomoderator...das ist aus der neuen LP von Uriah Heep..zack war ich im Laden und hatte sie. Mainstream bedeutet ja nicht unbedingt das etwas großer Mist ist nur weil eine Menge Leute so etwas gut finden. Wenn nur 400 Leute etwas gut finden...was ist das dann? Ist das dann für’s eigene Image besser oder was? Wenn man’s nötig hat. Allerdings finde ich auch, wie wohl noch einige andere, dass Look at Yourself ein Hammer Album ist. Man höre sich nochmal auf einer guten Anlage die Klangeffekte und den Einfallsreichtum an. Nein, nicht auf einer MP 3 Unterwegs Tröte! Schade, dass sie davon nicht mehr gemacht haben. Und das ist ganz sicher kein Mainstream. Hat sich trotzdem gut verkauft! Gut, ich muss noch erwähnen, dass ich Uriah Heep mit diesem Repertoire (Head first, Abominog) seinerzeit in der Zeche Bochum gesehen habe. Der Keyborder John Sinclair agierte etwas unglücklich. Er werkelte mit merkwürdigen Handzeichen etwas eigenartig herum, grimassierte noch dazu auf eine koboldhafte Art und wir dachten alle dasselbe. Für mich und meine Kumpels machte er den Eindruck eines, Entschuldigung, entfesselten Pavians. Dazu kam noch, dass er wirklich sehr sparsam mit Keybords ausgestattet war. Der Sound einer Hammond B3 mit Leslie ist wirklich nicht durch einen Korg zu ersetzen, dass ist mal Fakt. Das alles zusammen hat schon mehr als etwas auf die Stimmung gedrückt. Und wir konnten dann später mit ansehen, wie die komplette Band anschließend ins Büro ging und sich dort die Kohle abholte. Das machte einen erschreckend amateurhaften Eindruck. Im Ernst, da dachte ich mir: Oha, die Zeit ist nun mal vorbei. Ich kannte eine Heep, die in erheblich größeren Hallen, in den siebziger Jahren, gespielt haben. Letztlich fiel mit diesem Auftritt der Glanz, den ich als Teenager verspürt hatte, nun vollkommen von der Band ab. Es war eine Art Entzauberung der Personen. Aber ganz klar war nun auch: Es sind Leute wie Du und ich, Erwachsene, die um ihre Jobs kämpfen müssen, wie wir alle. Aber solche Leute, Künstler wie diese Musiker, können uns Freude bereiten mit ihren Werken. Das ist eben der große Unterschied, wir auf der Baustelle oder im Büro können so etwas nicht! Das weiß ich sehr, sehr zu schätzen und sie verzaubern doch durch ihre Werke. Das tun sie hier auch ausgiebig mit Head First. Es sind die Gesänge von Goalby und Backgrounds von Kerslake, Daisley und Sinclair, die eine wohlige Stimmung ins Herz bringen, man ist versucht immer den Refrain mitsingen zu wollen. Sinclair hält sich wohltuend mit Synthiegefidel zurück. Leider spielt er keine richtige Orgel wie bspw. eine Hammond B3, ganz zu schweigen von einem Leslie. Die Klangfarben dieser Instrumente vermisse ich doch hier. Ansonsten ist das ganze sehr gut durcharrangiert, auf Wohlgefälligkeit getrimmt, es gibt keine übermäßigen Overdubs, das alles können die auch live so spielen und hat damit dann auch einen hohen Wiedererkennungswert. Man vergleiche das hier mal mit dem schockierend schlechten Nachfolger Equator. Man kann gar nicht glauben, dass das die gleichen Bandmitglieder sein sollen. Hier hält sich Sinclair nun gar nicht mehr mit Synthie Gedudel zurück und schlägt wohl die meisten noch übrig gebiebenen Fans in die Flucht. Die Band hatte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Head First leider wieder mal Pech mit ihrem Produzenten Gerry Bron, der die Bandmitglieder einmal mehr im Stich gelassen hatte. Zu Anfang hatte er die immer erfolgreicher agierenden Uriah Heep von einem Studio Termin zum anderen gehetzt. 7 Studio Platten in 4 Jahren!, plus der Live doppel LP, von 1970-1974, 13 Platten in 10 Jahren, 1970-1980, das spricht eine deutliche Sprache. Dazu die anstrengenden Tourneen. Das verlangte der jungen Band einiges ab. Kommerziell gesehen hatte Bron sicher sehr vieles richtig gemacht. Wahrscheinlich hat er aber den sozialen Part all zu oft dem Kommerz untergeordnet, dabei ist menschlich bei den Bandmitgliedern sicher so einiges auf der Strecke geblieben. Auf den Infos bei der CD kann man lesen, dass die Platte Head First sehr schlecht promotet wurde, dass heißt letztendlich, die Leute wurden nicht richtig heiß gemacht, weder auf die Platte noch auf die Konzerte, kaum einer wusste das Heep auf Tour waren und eine neue LP herausgebracht hatten. Dies wäre der Part von Bron gewesen. Dann ging Bron auch noch Pleite. Das es die Band heute noch gibt grenzt an ein Wunder. Mick Box hält die Fahnen als einziger der Ur Version noch hoch. Ohne ihn hat die Band dann keinerlei Existenzberechtigung mehr. Obwohl ich viele seiner Soli, nicht seiner Riffs, schauderhaft finde, manche Licks spielt er wieder und immer wieder, hat er doch scheinbar vieles richtig gemacht. Seine Melodien sind very simple, haben aber einen hohen Wiedererkennungswert. Auf Head First habe ich das nur einmal erlebt, dass er komplett in alte Verhaltensmuster zurück verfällt. Er gibt sich wirklich Mühe zu den bekannten Licks noch etwas anderes hinzuzufügen. Ok, auf Wake the Sleeper rafft er sich auch nochmal ordentlich auf. Grundsätzlich ist er gut, wenn er nicht so viele Solis spielen muss. Rhythmus kann er sehr gut. Ich finde, dass war die letzte große Platte, die sie mit diesem einzigartigen Uriah Heep Gefühl rausbrachten. Der Sänger Peter Goalby war wiklich gut. Ich kann mich auf Deubel komm raus nicht mit dem quäkigen Gesang von Bernie Shaw anfreunden, wenn er die alten Stücke singt. Sei es noch so ambitioniert.(AMAZON)

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