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Nazareth - Excercises



Release Info: 1972 - Warner - Full Length
Band Info: Schottland - 1968 - Hard Rock
Bewertung: 5,5


Songs:

1. I Will Not Be Led
2. Cat's Eye, Apple Pie
3. In My Time
4. Woke Up This Morning
5. Called Her Name
6. Fool About You
7. Love, Now You're Gone
8. Madelaine
9. Sad Song
10. 1692 (Glen Coe Massacre)

Auch auf ihrem zweiten Longplayer präsentierten sich NAZARETH als Suchende nach ihrem eigen Sound. Wie bereits sein Vorgänger, wird auch "Exercises" durch seine stilistische Vielfalt geprägt, Blues, Rock und Country, wird in all seiner Vielfalt dargeboten.
Dazu wird von harten Gitarrenriffs, über Synthesizer und Streicher, so ziemlich alles geboten, was die Musik hergibt.

Aber auch "Exercises" war nicht wirklich erfolgreich, eine Tour im Vorprogramm von ATOMIC ROOSTER und RORY GALLAGHER, verlief so mies, dass die Plattenfirma darüber nachdachte, den vertrag mit den Schotten aufzukündigen. NAZARETH bekamen noch eine Chance sich im Vorprogramm von DEEP PURPLE zu bewähren, die sie dann auch nützten, ROGER GLOVER soll sogar so beeindruckt gewesen sein, dass er den Schotten seine Hilfe anbot.

Was für ein Glück, unvorstellbar was uns ansonsten für geile Musik durch die Lappen gegangen wäre. "Exercises" ist aber auch für mich sehr zwiespältig, einzelne Songs mag ich richtig gerne, aber im Großen und Ganzen fehlt mir ein wenig der "Biss".
Bewundernswert finde ich in jedem Fall die Experimentierfreudigkeit der Schotten, auch wenn mir das Ergebnis nicht hundertprozentig gefällt, so denke ich schon, dass dieses Album für die Band selber sehr wichtig war, sei es auch nur um auszutesten, was man kann und was bei den Fans ankommt.

Der Opener "I will not be led" zeigt eigentlich schon gleich zu Beginn, wie experimentierfreudig NAZARETH damals waren, bei dieser Nummer setzen sie voll auf orchestrale Klänge.
Gleich daran schließt sich eigentlich das krasse Gegenteil an, "Cat's Eye, Aplle Pie" ist eine astreine Country-Nummer, wie gesagt, Vielfalt war bei den Schotten bis dahin das auffälligste Markenzeichen.
Das grandiose "Woke up this Morning" wird sehr modern interpretiert, auf "Razamanaz" wurde es später noch einmal völlig anders interpretiert.

Anspieltipps sind auch hier sehr schwer, weil eben fast für jeden Geschmack etwas dabei ist, trotzdem würde ich die oben genannten Nummern empfehlen, dazu noch "Called her Name", "Fool about you" und die Hammerballade "Madelaine".

Mein Fazit: Auch auf ihrem zweiten Longplayer haben NAZARETH noch nicht zu ihrem endgültigen Stil gefunden, sie waren immer noch Suchende und stilistisch ungemein sprunghaft. Mir persönlich gefällt das eigentlich ganz gut, lediglich die Songs finde ich nicht ganz so stark wie auf ihrem grandiosen Debütalbum.
Ich bin hin- und hergerissen, schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, entscheide mich letztendlich aber dann doch für 4, weil Vielseitigkeit und Kreativität den entscheidenden Ausschlag gegeben haben. (AMAZON)


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