1. Volatile
„Catharsis“ ist ein Album, wie man es so wohl nicht zwingend erwartet hätte, denn MACHINE HEAD fahren zum einen den Thrash-Anteil so weit runter wie schon lange nicht mehr und lassen zudem teilweise ihren Sound der späten Neunziger und der Jahrtausendwende wieder aufblühen. Die true-metallische Old-School-Fraktion mag nun aufheulen, aber das Jammern ist unbegründet, denn nach einigen Durchläufen entpuppt sich der zehnte Studio-Longplayer der Bay-Area-Schwergewichte als ein - trotz der opulenten Länge von knapp 75 Minuten - kurzweiliges Wechselspiel aus solidem, modern performtem Thrash mit zum Teil räudigem Antlitz, ultrafetten Grooves, eingängigen Melodien und hinreißender Musikalität. Robb Flynn & Co. scheuen sich zudem nicht davor, mit verwandten Genres zu experimentieren. So könnte die Einstiegspassage von 'Catharsis' auch von Nine Inch Nails stammen, 'Triple Beam', ähem, beamt mit seinen Rap-Vocals geradewegs zurück in die Neunziger, und 'Bastards' flirtet mit Irish-Folk-Vibes, während 'Screaming At The Sun' und 'Behind A Mask' leichte Alice-In-Chains/Pearl-Jam-Referenzen aufweisen und 'Heavy Lies The Crown' gar mit einem Musical-artigen Intro und Iron-Maiden-Anmutung überrascht. Der Titeltrack überzeugt mit bestechender Laut/leise-Dynamik, die entrückte Vocals und epische Melodien zu treibenden Grooves explodieren lässt, und 'Beyond The Pale' zermalmt die Gehörgänge mit übermächtigem Bombast-Riffing, während 'Razorblade Smile' nach einem durchschnittlichen Anfang zum Groove-Monster wird und 'Eulogy' als düstere Ballade einen großartigen Schlusspunkt setzt. Thrash-Puristen werden es nicht leicht mit „Catharsis“ haben, aber Fans des typischen MACHINE HEAD-Grooves dürften diese Platte lieben. (ROCK HARD 8,5 / 10)


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