Was für ein Package für Power Metal
Fans. Die Schweden von Bloodbound hatten zu ihrer Tour drei Support Bands eingeladen,
die alle auf dem Sprung zu mehr Bekanntheit sind. Leider war das Z7 an diesem
Abend nur spärlich besucht, eigentlich schon seltsam, wenn es Beast In Black
schaffen für ein ausverkauftes Haus zu sorgen. Leider haben Bloodbound trotz
vieler toller Alben noch nicht denselben Status wie die Finnen. Die Anwesenden
werden ihr Kommen aber definitiv nicht bereut haben und erlebten einen rundum
gelungenen Abend.
Tungsten
Die
Schweden sind eigentlich eine Familienband. Ex-Hammerfall Drummer Anders
Johansson hat die Band mit seinen zwei Söhnen Nick und Karl gegründet und mit
Sänger Michael Andersson ergänzt. Leider konnte Anders nicht mit auf Tour und
wurde von Bloodbound-Drummer Daniel Hansfeldt ersetzt, der also einen Doppeleinsatz
leistete. Auf den bisherigen drei Alben haben mir Tungsten immer einen etwas
zwiespältigen Eindruck hinterlassen, denn sie bringen zwar mit modernen Elementen
Frische in das Genre, aber trotzdem auf den Alben auch immer einige Totalausfälle
befunden. Zum Glück haben Tungsten in Sachen Setlist alles richtig gemacht und
die grössten Knaller ausgesucht, wobei die Hälfte vom bisher letzten und
stärksten Album «Bliss» stammten. Mit Songs wie «In The Center», «On The Sea»
oder «We Will Rise» gelang es Tungsten für eine prächtige Stimmung zu sorgen. Die
beiden Johansson Brüder nutzten die Bühne aus und Sänger Michael Andersson ist live
ein sicherer Wert. Chance genutzt, kann man da nur sagen!
Setlist:
«In The Center » - «King Of Shadows» - «Come This Way» - «On The Sea» - «The
Fairies Dance» - «We Will Rise»
Northtale
Die
zweite Band war die international zusammengewürfelte Band Northtale. Bekanntestes
Gesicht ist sicher Bill Hudson der auch bei Doro die Saiten zupft. Der
Blickfang (vor allem für das weibliche Publikum) war sicher der brasilianische
Sänger Guilherme Hirose. Der Muskelprotz mit der blonden Mähe zeigte aber auch
stimmlich, was er kann. Es war der erste Schweizer Auftritt der Band, wobei Bill
Hudson auf der letzten Doro Show im Z7 kurzfristig als Ersatz für die ausgefallene
Support Band einige Songs von Northtale solo spielte. Die beiden bisherigen
Alben «Welcome To Paradise» und «Eternal Flame» wurden sehr ausgewogen gewürdigt.
Hudson lieferte einige imposante Solos (auch wenn er beim ersten Song noch eine
technische Panne überwinden musste) und die Songs kamen gut an, auch wenn meiner
Meinung nach bei Tungsten die Hitdichte - was Mitsing Refrains angeht - höher
war. Aber mit ihren «Stratovarius meets Angra» Songs verging die Zeit wie im
Flug.
Setlist:
«Eternal Flame» - «Higher» - «Only Human» - «Time To Rise» - «Midnight Bells» -
«Shape Your Reality» - «Everyone’s A Star»
Arion
Als
ich gelesen habe, dass Arion den Support Act von Dream Theater machen würde,
fand ich das eher unpassend, denn Arion sind jetzt nicht gerade sehr
progressiv. Die Band erinnert mich mit ihren teils symphonischen Elementen
gelegentlich an Dreamtale oder Stratovarius. Die Band aus Helsinki habe ich bereits
im Dynamo im Vorprogramm von Battle Beast erlebt und fand sie damals ziemlich
langweilig und auch ihre drei Alben kamen bei mir nie über das Prädikat «Ganz
nett». Meine Erwartungen waren also nicht all zu gross. Arion’s grosse Stärke
liegt bei ihrer Spielfreude. Die Band hatte jedenfalls Spass auf der Bühne, was
Ihnen einige Sympathiepunkte einbrachte. Ob es Arion allerdings schafften für eine
wachsende Fangemeinde zu sorgen wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall sah ich
im Gegensatz zu allen anderen Bands niemanden mit einem Arion Shirt rumlaufen.
Sicher die Band hat einige Songs wie «I Don’t Fear You» oder «At The Break Of
Dawn» die live richtig zünden, aber man musste trotzdem feststellen, dass die
Stimmung im Publikum nicht richtig entfacht wurde. Da die Band technisch eine einwandfreie
Leistung ablieferte, Sänger Lassi Vääränen eine, zum Sound passende Stimme hat
und die oben erwähnte Spielfreude, machten den Auftritt trotzdem noch gelungen.
Setlist:
«The End Of The Fall (Intro)» - «No One Stands In My Way» - «I’m Here To Save
You» - «Punish You» - «Seven» - «I Don’t Fear You» - «Unforgivable» - «You’re
My Melody» - «Bloodline» - «At The Break Of Dawn»
Bloodbound
Der
Headliner hatte dann leichtes Spiel. Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums «Creatures
Of The Dark Realm» wurde der Gig eröffnet und sofort war das Publikum da. Etwas
seltsam war, das es nur zwei Songs vom aktuellen Album in die Setlist
schafften. Das hängt aber mit der Pandemie zusammen, denn auch Bloodbound
mussten ihre Tour mehrmals verschieben und so ist das nächste Werk «Tales From The
North» bereits in der Pipeline. Mit dem Schunkler «Drink With The Gods» und der
schon veröffentlichten Single «Odin’s Prayer» wurden bereits zwei Songs live
vorgespielt und von den Fans euphorisch abgefeiert. Da steht uns wohl ein
Knaller bevor! Die Schweden hatten jede Menge Spass auf der Bühne und knallten
einen Hit nach dem Anderen in die Menge. «Stand And Fight», «Moria», «Metalheads
Unite» oder «Rise Of The Dragon Empire» sind auch live wahre Hymnen. Der gut
abgemischte Sound, der glänzend aufgelegte Sänger Patrik J Selleby und die Rhythmusfraktion
um die beiden Olsson Brüder Thomas und Henrik taten ihr Übriges um den Auftritt
als grandios zu benoten. Mit dem Oldie «Nosferatu» wurde der Abend schliesslich
beendet. Alle vier Bands hinterliessen ihre Spuren und es ist schade, dass
nicht mindestens doppelt so viele Leute den Weg ins Z7 gefunden haben.
Setlist:
«Bloodtale (Intro)» - «Creatures Of The Dark Realm» - «Slayer Of Kings» - «In
The Name Of Metal» - «Stand And Fight» - «When Fate Is Calling» - «Battle In
The Sky» - «Drink With The Gods» - «The Warlock’s Trail» - «Moria» - «Odin’s
Prayer» - «Metalheads Unite» - «Dragons Are Forever» - «Rise Of The Dragon
Empire» - «Nosferatu»
Tungsten
















































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