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Diamond Head - Canterbury



Release Info: 1983 - MCA - Full Length
Band Info: England - 1976 - Heavy Metal
Bewertung: 7,5


Songs

1. Makin' Music
2. Out Of Phase
3. The Kingmaker
4. One More Night
5. To The Devil His Due
6. Knight Of The Swords
7. Ishmael
8. I Need Your Love
9. Canterbury

Diamond Head gehörten zur Speerspitze der NWOBHM, ihre frühen Werke konnten qualitativ mühelos mit den Produktionen der musikalischen Konkurrenz á la Iron Maiden oder Angel Witch mithalten und auch stilistisch lag man nicht so weit auseinander: kraftvoller, energiegeladener britischer Edelstahl mit einem ausgezeichneten Sänger (Sean Harris) und einem nicht weniger vorzüglichen Gitarristen (Brian Tatler). Die damalige Presse erkannte auch bald das Potential der beiden Hauptprotagonisten und schmückte diese mit reichlich Lorbeer: ein einziger Diamond Head song hätte mehr gute Gitarrenriffs als die gesammelten Werke von Black Sabbath und Sean Harris sei der beste Sänger seit Robert Plant. Unsterblich wurden Diamond Head spätestens, als Metallica deren "Am I Evil?" coverten. Das 1983er Album "Canterbury" stellte für viele Fans und Kritiker dagegen eine einzige Katastrophe dar. Und zugegeben: das metallische Klanggewand von einst hatten Diamond Head ad acta gelegt, präsentierten stattdessen kraftstrotzende, melodische, eingängige und doch klischeefreie Rocksongs. Harris sang und stöhnte(!) sich nach wie vor die Seele aus dem Leib und Tatlers Songschreibekunst klang gereifter denn je. Leider war "Canterbury" aber ein Album, dass sich scheinbar die wenigsten Fans der Band gewünscht hatten, zu einem Zeitpunkt, als Speed und Thrash Metal durch Bands wie Metallica, Slayer & Co. definiert wurde und die New Wave Of British Heavy Metal Bewegung ihren Zenit überschritten hatte. Nur allzu leicht war es folglich Diamond Head ein Pop Deckmäntelchen überzustülpen und den musikalischen Ausverkauf vorzuwerfen. Wie unsinnig diese Schmähung war, zeigt sich sowohl daran, dass zum einen zwei Kategorien verglichen wurden, die gar nichts miteinander zu tun hatten (denn wieso soll ein bestimmtes Genre, in diesem Fall "Pop" automatisch für "qualitativ schlechte Musik" stehen?), als aber auch an der Tatsache, dass mit Ausnahme des openers "Makin' Music" und dem locker flockigen "Out Of Phase" überhaupt keiner der songs eine echte Pop Attitüde hatte! Tatsächlich bietet "Canterbury" Rockmusik vom allerfeinsten, alleine die Album highlights "To The Devil His Due", das epische "Knight Of The Swords", sowie der äußerst düstere Titeltrack machen die Anschaffung zur Pflicht für Liebhaber von gediegener Rockmusik, auch wenn der Härtegrad selten den von Wishbone Ash überschreitet. Aber auch beinahe-Hits wie "Ishmael", "The Kingmaker", "I Need Your Love" oder "One More Night" sind alles andere als Durchschnittsware.
Leider lösten sich Diamond Head nach dem kommerziellen Disaster (die Studio Produktionskosten waren eben nicht gerade gering gewesen, was man dem Album aber auch heute noch anhört, die Produktion klingt überhaupt nicht angestaubt) recht bald auf. Harris nahm ein furchtbar mittelmäßiges Album auf, unter dem Namen "Notorious"; 1993 schließlich wagte man ein Comeback mit dem sehr guten "Death And Progress" Album. Leider konnten Diamond Head aber auch damit nicht den Erfolg verbuchen, der ihnen eigentlich gebührte, da man stilistisch leider wieder zwischen allen Stühlen gelandet war.
Bleibt nur meine Empfehlung, diesem wirklich tollen Album eine zweite Chance zu geben. Die Anschaffung ist m.E. sogar den Preis eines Japan Importes wert, da es ohnehin schwer werden dürfte, eine der wenigen europäischen Pressungen von "Canterbury" aufzutreiben. (AMAZON)


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