1. Hajimari
Kennt
ihr per Zufall die japanische Band Gyze? Nun, hier haben wir es mit der
Nachfolgeband zu tun, die sich nach dem japanischen Drachengott des Meeres
benannt hat. Man hat sich gleich einen Deal bei einem Branchenriesen gesichert,
was natürlich die Erwartungshaltung nach oben schraubt. Das Debüt vereint
Melodic Death, Power Metal und traditionelle asiatische Musik.
Dabei
kommen auch viele japanische Instrumente wie Shamisen, Drachenflöten, Erhu oder
Taiko zum Einsatz. Das Ganze kommt auf Platte ziemlich spektakulär daher und
klingt irgendwie nach Ensiferum auf asiatisch gedreht. Während bei den ersten
Songs «Gekokujo» und «Dragon, Fly Free» diese kongeniale Mischung aus Death und
Folk zu Begeisterungsstürmen hinreissen lässt, kommt danach ein Stilbruch.
Matthew Heafy von Trivium, der nicht nur als Produzent tätig war, sondern auch bei
einigen Songs mitwirkt, übernimmt den Klargesang und das ganze erinnert plötzlich
mehr an neoklassischen Power Metal. Man höre sich nur «Kunnecup» an…Yngwie wäre
stolz auf die Burschen. Mit der Bandhyme «Ryujin» folgt auch in der zweiten Hälfte
noch ein Melodic Death Leckerbissen.
Ryujin
veröffentlichen ein Album, das enormes Potential aufweist aber auch ein wenig
den roten Faden vermissen lässt. Die Band ist dann am stärksten, wenn sie auf das
Gaspedal tritt. Der Power Metal Anteil ist nett und solid, aber die harschen
Songs überzeugen dann doch eine ganze Ecke mehr. Dass die Band auch live
funktioniert, davon konnte ich mir anlässlich der Tour von Pain und Ensiferum
bereits ein Bild machen. Leider war das Ende Oktober 2023 und das Album damals
noch nicht fertig. Spass macht die Band auf jeden Fall und ich bin sehr
gespannt was uns die Japaner noch bieten werden. Ein guter Start ist «Ryujin»
auf alle Fälle.


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