Vor 4 Jahren im Rahmen der «Eden» Tour
noch im Dynamo, haben Battle Beast mittlerweile einen regelrechten
Popularitätsschub erfahren. Obschon die Finnen regelmässig in der Schweiz
auftreten, konnte man heuer in den wesentlich grösseren Komplex 457 umziehen.
Eine Viertelstunde vor Einlass hatte sich eine ansehnliche Schlange gebildet
und bis zum Schluss war die Halle sehr gut gefüllt. Die halbe Stunde bis
Konzertbeginn ging schnell durch, da man doch noch ein paar bekannte Gesichter
begrüssen konnte. Einem tollen Abend stand also nichts mehr im Weg.
Induction
Die
Band um Tim, den Sohn von Kai Hansen, machte den Anfang und sorgte sofort für Fragezeichen
bei mir. Im Rahmen der Stratovarius Tour im Herbst im Z7 konnte ich bereits
über Induction schreiben, allerdings waren mir diesmal ein paar Gesichter gänzlich
fremd. Angefangen beim Sänger Craig Cairns, der in Pratteln definitiv nicht auf
der Bühne stand und damals von Antonio Calanna (All For Metal) ersetzt wurde, aber
auch Gitarristin Celine stand heute zur Verfügung. Die Besetzung ist also nicht
ganz schlüssig, aber zumindest Celine war definitiv ein Gewinn, sie strotzte
vor Spielfreude. Musikalisch wurde wieder die Setlist vom Herbst gespielt,
diesmal durften Induction aber noch zwei Songs mehr zum Besten geben und mit
«Set You Free» fand nun auch ein Song der aktuellen EP «The Power Of Power»
Beachtung. Wieso man aber als Vorband ein Drum Solo statt eines weiteren Songs
spielen muss, bleibt mir ein Rätsel. Der Sound war übrigens nicht das Gelbe vom
Ei, um nicht zu sagen es war phasenweise ein völliger Soundbrei. Ein schweizweit
bekannter Besucher (der gerne überall an den Pfosten und in der Nähe eines Bierstandes
steht und ebenso als Schreiberling unterwegs ist…) meinte nur achselzuckend:
«Komplex halt». Auch Sänger Craig war nicht ganz so stimmgewaltig wie sein
Stellvertreter Antonio. Aber die Band zeigte trotz allem eine gute Vorstellung
und bekam am Schluss mehr als Anstands-Applaus.
Setlist: «Born From Fire» - «Fallen Angel» - «Scorched» - «I Am Alive» - «Set Your Free» - «Drum Solo» - «Go To Hell» - «Queen Of Light»
Saint Deamon
Auf
die Schweden habe ich mich sehr gefreut, durfte ich doch den aktuellen Longplayer
besprechen und live habe ich die Band auch noch nicht erleben dürfen. Der
Hingucker auf der Bühne war Bassist Magnus Norberg, der mächtig Laune hatte und
eine grosse Show bot. Jedenfalls ist er in Sachen Grimassenschneiden ein
Meister. Sänger Jan Thore Grefstad glänzte dafür mit einer grandiosen
Gesangsleistung. Auch wenn der Sound nicht wirklich besser wurde und der Barde
auch kleinere Probleme mit dem Mikro zu haben schien, wirkte der Auftritt wie
aus einem Guss. Die Stimmung war allerdings eher zurückhaltend, wahrscheinlich
sind Saint Deamon vielen noch nie zu Ohren gekommen. Eigentlich schade, denn
der Power Metal der Band im Stil von Stratovarius und späteren Helloween
verdient eigentlich mehr Zuspruch. Die Band verzichtete übrigens auf übertrieben
lange Ansprachen und Mitsingspiele und liess stattdessen die Musik sprechen. So
kamen die Zuschauer schlussendlich in den Genuss von stattlichen neuen Songs,
was für eine Vorband durchaus viel ist. Für mich zumindest war das ein echt
starker Auftritt.
Setlist:
«In Shadows Lost From The Brave» - «The Only One Same» - «The Final Fight» -
«Call My Name» - «No Mans Land» - «Load Your Cannons» - «Captain Saint D» -
«Run For Your Life» - «The Brave Never Bleeds»
Battle Beast
Die
Vorbands haben Gas gegeben, nun war die Reihe am Headliner. Mit «Circus Of Doom»
legten Battle Beast los und verwandelte die Halle sofort in eine Festhütte. Die
Stimmung war grandios und man merkte der Band an, dass sie mächtig Spass hatten.
Die Dichte an Ohrwürmern der Finnen ist natürlich Fluch und Segen zugleich. So
hätte ich mir natürlich Songs wie «The Band Of The Hawk», «Enter The Metal World»,
«Madness», «Out On The Streets» oder «Black Ninja» gewünscht, aber es gab nicht
einen Song in der Setlist, der nicht zum Mitsingen animiert hätte, auch wenn
die Band mittlerweile etwas orchestraler unterwegs ist und der Metal-Anteil
eher abnimmt. Als Überraschung des Abends darf sicher die Interpretation des
Elton John Klassikers «Can You Feel The Love Tonight» genannt werden, intoniert
von Gitarrist Eero und nicht von Noora. Mit einem Zettel bewaffnet, sang er
Teile des «König der Löwen» Hits sogar in Deutsch. Der nächste Lacher liess
nicht lange auf sich warten. Mit dem Hinweis man sein ja ein «Tech Death Band»
und dem Anspielen des Amon Amarth Klassiker «The Pursuit Of Vikings» wurde das
unverwüstliche «Bastard Son Of Odin» zu einem weiteren Highlight. Etwas
ausgelutscht finde ich mittlerweile den Gag mit dem rollenden 80er Drum Kit /
Keyboard, bei dem Janne wieder seine obligaten Runden drehen durfte. Für Fans,
welche Battle Beast noch nie live gesehen haben, sicherlich lustig, wenn es
aber nach mir geht, könnten sie das Teil mittlerweile gerne weglassen. Was aber
danach folgte war Hit auf Hit und die Band verliess die Bühne schliesslich mit
der Gewissheit, das Publikum im Sack gehabt zu haben. Ein toller Auftritt, Noora
war einmal mehr Weltklasse, der Sound zum Glück um einiges besser als bei den
Supportbands und auch der Humor kam nicht zu kurz. Also alles rundum perfekt?
Nein, Battle Beast haben nämlich mächtig Sympathiepunkte verloren und zwar
nicht nur bei mir. Es ist mir ein Rätsel weshalb die Band innert Monaten
scheinbar die Fanfreundlichkeit mit Füssen tritt. Dass die Band mittlerweile
mehr Eintritt verlangt als gestandene Bands wie Stratovarius oder U.D.O. könnte
man noch akzeptieren. 60 Franken sind ja im Vergleich zu den Preisen für ein
Konzert von AC/DC oder Rammstein ein absolutes Schnäppchen. Was viel schlimmer
ist, dass man die Merchandise Preise mittlerweile auf ein nicht mehr akzeptables
Niveau angehoben hat. 50 Franken für ein Shirt oder 30 Franken für eine CD sind
einfach eine Frechheit! Das schlimme ist, dass die beiden Vorbands die Preise
auch auf dieses Niveau anheben mussten. Es kann doch nicht sein, dass man im
eigenen Bandshop von Battle Beast die Shirts um die Hälfte billiger bekommt.
Das ist für mich einfach reinste Abzocke und passt so überhaupt nicht zu Battle
Beast, wie ich sie kannte. Für mein Bandshirt habe ich nämlich vor vier Jahren
im Z7 25 Franken bezahlt. Also Battle Beast, es sei euch gesagt: Kommt bitte
schnell wieder auf den Boden zurück!
Setlist:
«Circus Of Doom» - «Straight To The Heart » - « Familiar Hell »
- « Place That We Call Home» - «Armageddon» - «Wings Of Light» - «Where
Angels Fear To Fly» - «Can You Feel The Love Tonight» - «Bastard Son Of Odin» -
«Russian Roulette» - «No More Hollywood Endings» - «Eye Of The Storm» - «Eden»
- «King For A Day» - «Master Of Illusion» - «Beyond The Burning Skies»
Induction




















































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