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Megaherz - Wer Bist Du



Release Info: 1997 - ZYX - Full Length
Band Info: Deutschland - 1993 - Deutschrock
Bewertung: 6


Songs:

1. Gott Sein
2. Wer Bist Du
3. Schlag Zurück
4. Das Leben
5. Finsternis
6. Licht
7. Negativ
8. Kopf Durch Die Wand
9. Müde
10. Krone Der Schöpfung
11. Tanzen Gehen
12. Die Gedanken Sind Frei
13. Hänschenklein Siebenundneunzig

Der bayerische Freistaat hat mal wieder was zu bieten – diesmal mit umgekehrten Kreuzen, äh, Vorzeichen. Die Münchner Band Megaherz ist das erfrischendste Produkt der Bajuwaren seit der Erfindung des Weißbiers. Nein, Megaherz sind kein Rammstein-Verschnitt. Ja, die Texte sind stellenweise zu gewollt, um wirklich cool zu sein. Und trotzdem: Megaherz sind einfach mega-unherzlich – sie sind mächtig metallig, manchmal mutig und meistens morbid. Wurscht, auf jeden Fall ist Gott sein nicht nur die erste Single-Auskopplung des Albums, sondern mittlerweile in den Clubs auch der absolute Renner – und sollte die zweite Single Schlag zurück sein, so dürften Megaherz in kürzester Zeit zu den neuen Lieblingen der Derb-Fraktion avancieren. „Wer bist du“ ist brillant gemixt, spielt mal mit HipHop-, mal mit Metal- und mal mit Industrialelementen – und genau durch diese Mischung funktioniert die Musik von Megaherz. Und ich trotze allen Vorwürfen, daß Megaherz einfach nur platt sind. Nein. Megaherz sind megaböse. Und deswegen megageil. Auweia: Jetzt hat wohl auch der letzte Hinterhofproduzent geschnallt, daß mit teutonischen Brachialklängen momentan gut Kohle zu scheffeln ist. Nein, eine reine Ramstein-Kopie sind Megaherz in der Tat nicht – was ihren Erstling allerdings kein Jota besser macht. In puncto Schwachsinn nur knapp von den unsäglichen Richthofen geschlagen, wird nahezu alles verwurstet, was dieser Tage Konjunktur hat: Eine krude Melange aus gesampleten Starkstromgitarren, von der Industrial-Stange geholten Elektronik-Effekten und einer Prise bedrohlichen RATM-Baßläufen, zusammengetopft mit unheilschwangeren Keyboardschwaden und statischen Techno- bzw. Rockloops (!) sülzt einem da entgegen. Drumrum flugs ein Dutzend rudimentäre "Songs“ gezimmert und den zähen Brei mit markigen, an Unbeholfenheit und Macho-Platitüden nicht mehr zu überbietenden, selbstredend deutschen "Lyrics“ komplettiert, die von schwarz und weiß, von faszinierenden seelischen Abgründen orakeln und von einem veritablen Düstermann vorgetragen werden – voilà, es ist angerichtet! Böte schon das genug Anreiz für das Zücken der roten Karte – auch produktionstechnisch hat man sich in die Nesseln gesetzt. Was bei z.B. Rammstein (bei aller inhaltlicher Fragwürdigkeit) zumindest noch fett aus den Boxen schrubbt – hier bleibt nur noch pures Mitleid. Trotzdem wird Kollege Friedel in einem wahrscheinlich (leider) Recht behalten: Go for gold, Grütze! (VISIONS)

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