Die erste Ausgabe des EmMetal Rock 2023
stand unter keinem guten Stern. Nachdem kurzfristig der Headliner Dool abgesagt
hatte, war auch der Publikumsaufmarsch enttäuschend. Am Schluss waren in der
grossen Markthalle in Burgdorf gerade etwas über 100 Fans anwesend. Ein
finanzielles Debakel war die Folge, welches von den Veranstaltern aus der
eigenen Kasse berappt werden musste. Davon liess man sich nicht abschrecken und
versuchte es dieses Jahr noch einmal. Dafür gebührt den Veranstaltern schon mal
grossen Respekt. Man hat zwar das Line
Up um die Hälfte gekürzt und hat mit dem Sternensaal in Bümpliz eine
geeignetere Location gefunden, was der Vorfreude aber keinen Abbruch tat.
Mit Witherfall hat der ursprünglich
angedachte Headliner schon früh abgesagt, der Ersatz Onslaught erwies sich im
Nachhinein aber als absoluter Glücksfall. Da der neue Standort nicht mehr im
Emmental war, hat man den Namen kurzerhand zu EmMetal Rocks abgeändert. Der
Vorverkauf lief auch diesmal recht harzig, am Schluss war der Sternensaal aber
zum Glück ordentlich gefüllt. Zwar konnte man auch diesmal keinen Gewinn
erzielen, aber man ist auf dem richtigen Weg.
Emerald
Das
Motto von heute hätte auch heissen können. Je älter der Abend, desto härter die
Mucke. Insofern war der klassische Metal der ideale Start in den Konzertreigen.
Scheinbar befinden sich Emerald auch mitten im Songwriting (das neue Album soll
2025 erscheinen), wie die Band verriet. Mit «Greed» und «One Moment Of Freedom»
wurden bereits zwei neue Songs gespielt, welche Appetit machen für den 9.
Longplayer. Ansonsten ist auf Emerald Verlass. Michael Vaucher und Julien Menth
an den Gitarren sorgten für mächtig Bewegung, Drummer Al Spicher grinste über
alle Backen und Sänger Mace Mitchell war ebenfalls gut bei Stimme, auch wenn
der Husten in den Pausen unüberhörbar war. Dagegen waren Vanja Truttmann am
Bass und Thomas Vaucher an den Keyboards eher die ruhigen Pole der Band. Was
könnte passender sein als den Auftritt mit «Horns Up» abzuschliessen? Somit war
der Abend eingeläutet und noch waren ja drei Bands am Start!
Setlist:
«Only The Reaper Wins» - «Reckoning Day» - «Digital Slavery» - «Son Of Sam» - «Greed»
- «Freakshow» - «One Moment Of Freedom» - «Tears Of A Warrior» - «Horns Up»
Vendetta
Die
völlig überfüllte Autobahn wurde den Schweinfurter fast zum Verhängnis, aber es
reichte knapp zum Auftritt. Ein kurzer Soundcheck und schon ging es los und zwar
nahtlos, was für einige fragende Gesichter sorgte. Ich muss zugeben, dass ich
mit dem Material der Deutschen gar nicht vertraut bin und so liess ich mich
überraschen. Die Band ist seit 1984 aktiv, hat sechs Alben am Start und das
merkte man der Performance an. Die Jungs sind routiniert und die handwerklichen
Fähigkeiten sind klar erkennbar. Das Hauptaugenmerk der Setlist lag dabei an
den beiden Achtzigern Alben «Go And Live…Stay And Die» und «Brain Damage».
Trotzdem wollte der Funke irgendwie nicht überspringen, was vor allen an den
Songs selber lag. Die Band ist zwar abwechslungsreich unterwegs, verbindet
Thrash mit Heavy- und Progressive Metal, wirkt dadurch aber mitunter zu wenig
zwingend. Trotzdem war der Auftritt alles andere als schlecht und die Band hat
einen sympathischen Eindruck hinterlassen.
Setlist:
«War» - «Suicidal Lunacy» - «Guerilla / Metal War » - « Stranglehold Terror» -
«Precious Existence» - «Brain Damage» - «Go And Live…Stay And Die» - «Black As
Coal» - «On The Road»
Onslaught
Wie
auch Vendetta sind Onslaught im Thrash verwurzelt und beide Bands starten in
den Achtzigern ihre Karriere. Was aber Onslaught dann auf die Bühne zauberte,
war dann ein ganz anderes Brett. Auch wenn Nige Rockett das einzig noch
verbliebende Gründungsmitglied ist und zum Beispiel Drummer James Perry bei der
Gründung noch gar nicht geboren war, bildete man auf der Bühne eine
eindrucksvolle Einheit. Sänger David Garnett brüllte den Sternensaal in alle
Einzelteile und der Rest der Truppe stand dem in nichts nach. Sofort schnellte
auch die Stimmung in die Höhe und es wurde klar, dass Onslaught wohl einige
Fans mehr mobilisieren konnte, als dies Witherfall hätten tun können, was um
Gottes Willen keine Aberkennung der Qualität des verhinderten Headliners sein
soll. Aber Onslaught heute, das passte einfach! Die Setlist hätte besser nicht
sein können: «Let There Be Death», «Strike Fast, Strike Hard», «66 Fucking 6»,
«Metal Forces» und mit «Thermonuclear» der krönende Abschluss. Thrash Herz was
willst du mehr? Fantastischer Auftritt einer sträflich unterbewertenden Legende
aus England.
Setlist:
«Let There Be Death» - «The Sound Of Violence» - «Strike Fast, Strike Hard» -
«Destroyer Of Worlds» - «Demoniac» - «Fight With The Beast» - «Metal Forces» -
«Killing Peace» - «Power From Hell» - «Thermonuclear»
Desaster
Ich
habe es oben angedeutet: Die Running Order versprach mehr Härte und Desaster
waren mit ihrem räudigen Black / Thrash Metal die ideale vierte Band. Onslaught
hatten geliefert und auch wenn sich gegen Ende des Sets doch deutliche Lücken
im Saal auftaten, darf man Desaster ebenfalls zu einem fulminanten Auftritt
gratulieren. Auch wenn man am Beispiel von Infernal’s (oder Markus Kuschke im
echten Leben) Haarpracht auch feststellen konnte, dass der Zahn der Zeit nicht
spurlos an Desaster vorbei gegangen ist. Kein Grund Trübsal zu blasen: Die
Deutschen genossen ihren Auftritt sichtlich und gaben Gas ohne Ende. Die
Setlist war ein Querschnitt durch das bisherige Schaffen der Band und mit
«Countess Bathory» von Venom und «Speak English Or Die» von S.O.D. fanden auch
zwei Coverversionen Platz. Beim letzterem wurde der Refrain kurzerhand zu
«Speak Schwiizerdütsch Or Die» abgeändert. Kult! Wie auch bei Onslaught gilt:
Sackstarker Auftritt mit einer ansteckenden Spielfreude. Nach dem Abend bleibt
eigentlich nur zu hoffen, dass es noch eine dritte Ausgabe geben wird.
Setlist:
«Learn To Love The Void» - «Devil’s Sword» - «Nekropolis Karthago» - «Phantom
Funeral» - «Damnatio Ad Bestias» - «Towards Oblivion» - «Satan’s Soldiers Syndicate»
- «Sacrilege» - «Churches Without Saints» - «Hellbangers» - «Teutonic Steel» -
«In A Winter Battle» - «Countess Bathory» - «Divine Blasphemies» - «Metalized
Blood» - «Speak English Or Die» - «Skullseeker»
Emerald



























































































































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen